Article:
Eine Lebenswelt von allen und für alle. Zur Programmatik der Multispecies Communities

Abstract

In diesem Sonderheft wird die grundsätzliche Frage nach den Möglichkeiten von Multispezies Communities gestellt. Die Erweiterung der Sozialität über den Menschen hinaus geht mit einem Perspektivwechsel auf die beteiligten Akteure einher. Das Technische wird nicht als störendes Element aus dem Natürlichen entfernt, sondern als integraler Bestandteil aller Akteure verstanden. Dazu sind die Akteure weniger im Modus der Natur zu betrachten, sondern konsequent im Modus der technischen Vermittlung, d.h. im Modus dessen, was das vermeintlich Andere ausmacht. Zu fragen ist, wie Lebewesen, also Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroben, im Kontakt mit Technik, Medien und Datenverarbeitung einen veränderten Status und ein verändertes Zusammenleben erreichen. Mit den Multispecies Communities verdichtet sich eine Situation, in der Strömungen wie eine grassierende Anthropozentrismuskritik mit Theorien wie dem Post- und Transhumanismus und mit neuen Epochenbestimmungen wie dem Anthropozän konvergieren. Multispecies Communities setzen sich aus neuen Akteuren, neuen Kommunikationen und Kollaborationen, neuen Verantwortlichkeiten und sozialen Formen zusammen: zwischen Menschen und Tieren, Pflanzen und Algorithmen, Artefakten und Biofakten, Maschinen und Medien; zwischen den Sphären von belebt und unbelebt, real und virtuell, unberührt und augmentiert.


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Bolinski, Ina; Rieger, Stefan: Eine Lebenswelt von allen und für alle. Zur Programmatik der Multispecies Communities. In: Navigationen - Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften, Jg. 21 (2021), Nr. 1, S. 7-29. DOI: http://dx.doi.org/10.25969/mediarep/17166.
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