Die Konferenz lud die Teilnehmenden dazu ein, das Konzept des Mediozäns und seine möglichen Sphären zu reflektieren. Wie ist das Wechselverhältnis von Natur und Kultur unter Medienbedingungen beschaffen? Welchen Anteil haben Medien sowie mediale Praktiken, Operationen und Prozesse an der Auflösung der Natur-Kultur-Dichotomie im Mediozän? Wie kann menschliche Existenz im Mediozän beschrieben werden, da sie in ein umfassendes Vermittlungs- und Verstrickungsgeschehen eingelassen ist? Wie verhält sie sich zu den nicht-menschlichen Agenten aus Natur, Kunst und Technik? Wie kann eine „Soziologie des Medialen“ ausgearbeitet werden, die nicht nur die notwendige Sozialität von Medien berücksichtigt, sondern auch die Medialität des Sozialen zum Ausdruck bringt? Wenn wir „immer schon“ im Mediozän gelebt haben, warum und aufgrund welcher Medienbedingungen erkennen wir dies erst heute? Ist die Digitalisierung aller Lebensvorgänge als epochale Veränderung anzusehen, als Bedingung von Wissen oder nur als Phase innerhalb des Mediozäns? Wie kann eine Geschichte des Mediozäns geschrieben und umgeschrieben werden? Wie könnte sie (akademisches) Wissen beeinflussen? Die These vom Mediozän stellt die Frage nach den Existenzbedingungen auf dem Planeten auf eine relationale und operationale Grundlage. Sie verlangt nach einer Neuverhandlung und Neukonzeptionierung des Verhältnisses von Medien, Technik und Natur ebenso wie der Stellung des Menschen und des menschlichen Lebens in Relation zu Medien und Medialität.