Die Medien- und Kulturwissenschaften ergänzen die tradierten Geisteswissenschaften unter anderem dadurch, dass sie ein massives Interesse an den Dingen hegen; nicht an ihrer Wahrnehmung und Bedeutung allein, sondern an ihnen selbst. Beginnend mit technischen Objekten, untersuchen die Medien- und Kulturwissenschaften heute historisch und systematisch die verschiedensten Artefakte in all ihrer Materialität und Gegenständlichkeit, ihrer Widersetzlichkeit und ihrem Eigensinn.

Das OFFENE OBJEKT legt mögliche Handlungen in einem Agentennetzwerk an und spannt dessen Einheit und Reichweite auf offene Weise auf, nicht immer schon von seinen Grenzen her. OFFENE Objekte sind noch keiner Herkunft oder Funktion zugeschrieben, weder Kunst-, noch Natur-, noch Technikding. Sie lassen sich spontan auch keinem der Pole der Trias aus Person, Ding und Zeichen eindeutig und einseitig zuordnen. Genau dadurch aber lösen sie die Bildung eines heterogenen Ensembles aus: sie provozieren Entscheidung, Handlung und ihre Stabilisierung in einem Netzwerk. Zugleich geben sie Anlass zur Thematisierung des Netzwerks selbst, das sie (mit) aufspannen und, eben in dem OFFENEN OBJEKT, zusammenziehen. Damit nehmen diese Objekte, ohne an Dinghaftigkeit einzubüßen, dennoch zugleich die Eigenschaften von Medien an.

Der Erfassung und Erforschung solcher OFFENEN OBJEKTE widmete sich die Jahrestagung 2010 des IKKM, die vom 28. bis 30. April 2010 im Seminargebäude des Congress Centrums Neue Weimarhalle, UNESCO-Platz 1, 99423 Weimar, stattgefunden hat.

ohne Autor:

Open Objects Teaser

Kernmayer, Hildegard:

Mit den stummen Dingen sprechen. Objekt-Institutionen in Rainer Maria Rilkes "Dinggedichten" (28.04.2010)

Hennig, Anke:

Unvorhersehbare Dinge (28.04.2010)

Balke, Friedrich:

Henkel und Vase. Die Teratologie der Dinge (28.04.2010)

Asendorf, Christoph:

Kommentar zu Panel I »Offenheit anordnen« (28.04.2010)

Tröhler, Margit:

Analog/digital. Das Bild als mediale Haut als objet ambigu (28.04.2010)

Engemann, Christoph:

The Bundesdruckerei & The Signature of Things (29.04.2010)

Höhne, Stefan:

Tokens, Suckers, and the ›Great New York Token War‹ (29.04.2010)

Hennion, Antoine:

What difference does it make? (29.04.2010)

Hörl, Erich:

Kommentar zu Panel III "Offenheit handhaben" (29.04.2010)

Angerer, Marie-Luise:

Dasein ist Design (29.04.2010)

Lehmann, Ann-Sophie:

How to Take the Lid of the Utah Teapot. Making and Material of Digital Images (29.04.2010)

Mackenzie, Adrian:

From BIOS to bios – The Promise of Openness in Synthetic Biology (29.04.2010)

Rheinberger, Hans-Jörg:

Kommentar zu Panel IV "Offenheit entwerfen" (29.04.2010)

Latour, Bruno:

Bruno Latour: Where is res extensa? An Anthropology of Object (29.04.2010)

Steiner, Uwe:

Actio und Narratio. Wie literarisch handeln offene Objekte? (30.04.2010)

Piper, Andrew:

›Das Buch ist nicht mehr vorhanden‹ – Goethe and the Networked Codex (30.04.2010)

Stanitzek, Georg:

Bücher, 1968 (30.04.2010)

Pahl, Katrin:

Doublings and Couplings. The Feeling Thing in Kleist (20.04.2013)

te Heesen, Anke:

Objet Sentimental (30.04.2010)

Geimer, Peter:

Lampe, Vorhang, Sessel, Uhr. Auf der Suche nach den Dingen der "Recherche" (30.04.2010)

Schneider, Manfred:

Kommentar zu Panel VI "Offenheit ansammeln" (30.04.2010)

Hörl, Erich; Rheinberger, Hans-Jörg; Schneider, Manfred:

Final Discussion (30.04.2010)