Dreiecksverhältnisse, Dreierkonstellationen, heilige, irdische und unheilige Dreifaltigkeiten, Dritte im Bunde, ausgeschlossene Dritte, Drei gegen den Rest und überhaupt Dreier aller Art bestimmen die Lage im Film in überwältigendem Ausmaß. Dabei bevölkern Mitwisser, Zeugen, Erpresser, aber auch Ermittler; ganze Heerscharen offener, heimlicher und vermeintlicher Geliebter, dann Boten, Makler und Mittler, Nutznießer, Störer und Vorteilsnehmer und schließlich Unbeteiligte, aber auch allwissende Erzähler, allesamt Dritte, die Figurenwelt des Films wie kaum ein anderer Typ. Dazu kommen die zahlreichen filmtypischen Triangulationen, die das Medium selbst vornimmt, etwa im Verhältnis von Subjekt, Objekt und Kamera, von Handlung, Leinwand und Zuschauer, von Vorher, Nachher und Dazwischen, von Blick, Bild und Auge. Grund genug, sich mit „Figuren des Dritten“, mit der Ästhetik, der Logik und der Moral des Dritten und der Dreiheit, mit Ein- und Ausschluß des Dritten im Film zu befassen. Ziel ist es, mehr über den Film, vor allem jedoch durch den Film mehr über das komplexe und komplizierte, das tragische und komische Leben, Wahrnehmen und Denken im Zeichen des Dritten zu erfahren. Zu diesem Zweck werden im „Lichthaus“-Kino vierzehn einschlägige Filme projiziert und anschließend in der Vorlesung eingehend behandelt.