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Sehen ist lernbar – über den „blinden Fleck“ im Bildungssystem

Abstract

Als Kunstschaffende und Kunsterzieherin bin ich nicht nur mit „visueller Leseschwäche“ (bei KunstbetrachterInnen), sondern auch mit „visueller Schreibschwäche“ bis hin zur „Schreibverweigerung“ (Malen, Zeichnen) bei SchülerInnen konfrontiert. Die „Leseschwäche“ hängt eng zusammen mit Entmutigung im Umgang mit Kunst. Viele Erwachsene sind der Überzeugung, Kunst sei Fachleuten vorbehalten. Viele Kinder kommen ins Gymnasium mit der Überzeugung, Zeichnen sei Begabungssache. Beide Meinungen sind falsch und müssen in mühsamer Aufbauarbeit revidiert werden. Theoretisches Wissen über visuelle Sprachen ist hilfreich, wird aber selten unterrichtet, Training im visuellen Ausdruck wird zwar unterrichtet, jedoch im Vergleich zum sprachlichen Ausdruckstraining eher gering geschätzt. Training im Bilderlesen existiert fast nur in Bezug auf Kunstbetrachtung, und fast nicht in Bezug auf alltägliche Bilderwelten. Ziel meines Workshops an der Universität Innsbruck war es, Sensibilität, Freude und Ideenfluss im Bilderlesen zu verstärken; aber auch ein Problembewusstsein zu wecken für bestehende Lücken im Lehrplan und die Notwendigkeit, diese so schnell wie möglich zu schließen.

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Gschwendtner-Wölfle, Ruth: Sehen ist lernbar – über den „blinden Fleck“ im Bildungssystem. In: Hug, Theo;Kriwak, Andreas: Visuelle Kompetenz Beiträge des interfakultären Forums Innsbruck Media Studies. Innsbruck: Innsbruck University Press 2011, S. 28-34.http://dx.doi.org/10.25969/mediarep/19847
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