Seit den 1990er Jahren war viel die Rede von Kopie und Simulation, Re­produzier­barkeit und Serialität. Doch dass schon das eigene Portemon­naie Dinge wie Geld und Personalpapiere enthält, die nicht kopiert wer­den sollen und von Normal­bürgern auch nicht kopiert werden können, wird oft vergessen. Wir leben (auch) in einer "Kultur des Kopierschutzes", in der verschiedene technische, diskursive und juristische Verfahren zu­sammenwirken, um die gesteigerte "technische Repro­duzierbarkeit", um Benjamins berühmten Ausdruck zu bemühen, im Zaum zu halten. Besonders deutlich wird das auch in den manchmal aufgeregten Diskus­sionen um den Status des Urheberrechts im Feld der digitalen Medien.



Gesamtheft

Schröter, Jens (Hg.)

Kulturen des Kopierschutzes I (Navigationen 10/1, 2010)

Inhalt

Wang, Xun; Schneider, Anna; Ortinau, Doris; Köhne, Daniel; Lang, Katharina; Gollmer, Karoline; Gerstengarbe, Carina; Schröter, Jens; Andert, Ludwig

Kulturen des Kopierschutzes I

S. 7-8

Schröter, Jens

Das Zeitalter der technischen Nicht-Reproduzierbarkeit

S. 9-36

Meretz, Stefan

Zur politischen Ökonomie von Kopie und Kopierschutz

S. 37-51

Ortinau, Doris; Andert, Ludwig

"Nur für den Dienstgebrauch!". Über Barriere-Infrastrukturen

S. 53-79

Senftleben, Martin

The answer to the machine revisited – Kopierschutz aus juristischer Sicht

S. 81-93

Wang, Xun

Die historische Entwicklung des Urheberrechts in China

S. 95-108

Gollmer, Karoline

Haltet den Dieb! Die Genese des Begriffs „Raubkopie“ in Deutschland im Spannungsfeld soziokultureller und technischer Entwicklungen

S. 109-133