Medien, Affizierungen, verteilte Agency Brigitte Hipfl Zusammenfassung Die neuen Konfigurationen von Körpern und Technologien, sowie die neuen Intensitäten und Dy- namiken, die sich etwa bei Video-Games, Twitter, Memes, Self-Tracking etc. zeigen, konfrontie- ren uns Medienpädagog_innen, Medien- und Kommunikationswisssenschaftler_innen mit der Herausforderung, theoretische Konzepte zu entwickeln, mit denen einerseits diese komplexen Prozesse, andererseits neue Fragen der Handlungsfähigkeit fassbar werden. In dem Beitrag wird auf Theorien, die gegenwärtig unter dem Label ‚Neuer Materialismus‘ diskutiert werden, sowie auf Affekttheorien zurückgegriffen um einen Zugang anzubieten, der jenseits traditioneller dualis- tischer Konzeptionen von Subjekten und Medien angesiedelt ist. Im Zentrum stehen die Relatio- nen zwischen verschiedenen Körpern, Dingen, Objekten, wobei Affekten eine verbindende Funk- tion zukommt. Daraus resultiert ein Verständnis von Agency als ‚verteilte Agency‘, da es die Re- lationen in den verschiedenen Arrangements sind, die das Handlungsvermögen ausmachen. Einleitung Die neuen Konfigurationen von Körpern und Technologien, sowie die neuen Intensitäten und Dynamiken, die sich etwa bei Video-Games, Twitter, Memes, Self-Tracking etc. zei- gen, konfrontieren uns Medienpädagog_innen, Medien- und Kommunikationswissen- schaftler_innen mit der Herausforderung, theoretische Konzepte zu entwickeln, mit denen einerseits diese komplexen Prozesse, andererseits neue Fragen der Handlungsfähigkeit fassbar werden. Bereits seit längerem wird auf die Tragweite der jüngsten Entwicklungen hingewiesen. So betont Friedrich Krotz mit dem Konzept der Mediatisierung, dass sich „Handeln und Kommunizieren [...] in einem immer weiter reichendem Ausmaß auf Medi- en“ beziehen (vgl. Krotz 2007, S. 40). Theo Hug verweist auf den medial turn als para- digmatischen Wandel, der deutlich macht, dass „Medialität keine optionelle Dimension (ist), die zur Bestimmung von Erziehung, Bildung, Sozialisation, Kommunikation, Gesell- schaft und Kultur quasi hinzukommen kann oder auch nicht, sie bezeichnet vielmehr die unausweichliche Verfasstheit dieser Bereiche“ (Hug 2005, S. 22). Folgen wir Donna Ha- raway (1995), dann sind wir bereits alle Cyborgs, da Medien und Technologien inzwi- schen zu unseren Körpern dazu gehören und unser Alltag bereits davon gekennzeichnet ist, was Haraway als ein Auflösen der Grenze zwischen Mensch und Maschine beschreibt. Diese Diagnosen eint, dass sie – mehr oder weniger explizit – das bislang vorherrschende Denken in binären Oppositionen wie Subjekt/Medien, Medienproduzent_innen/Rezipient _innen, real/virtuell, aktiv/passiv etc. problematisieren. Wir finden bereits erste Ansätze, in denen begrifflich versucht wird, dem Rechnung zu tragen. Ein Beispiel ist etwa der in- zwischen breit verwendete Terminus Prosumer, der zum Ausdruck bringen soll, dass bei sozialen Medien die bislang als getrennt gesehenen Bereiche Mediennutzung und -produk- 86 Brigitte Hipfl tion zusammenfallen. Wenn wir jedoch versuchen, diesen Relationen und Verwobenheiten gerecht zu werden, sind wir gefordert, unser theoretisches Instrumentarium weiter zu ent- wickeln. Welche Konzepte und Zugänge können uns nun dabei behilflich sein? Ich finde in dem Zusammenhang die aktuellen Diskussionen zum neuen Materialismus sowie zu Affekttheorien höchst anregend. Neuer Materialismus Die einleitend angesprochenen Fragen und Herausforderungen sind nicht nur in der Medi- en- und Kommunikationswissenschaft und Medienpädagogik virulent, sondern werden gegenwärtig breit unter dem Label new materialism oder Neo-Materialismus diskutiert. Damit sind Ansätze und Perspektiven gemeint, die sich vom Denken in klar voneinander getrennten Elementen abwenden und damit auch ein anderes Verständnis unserer Bezie- hung zur Welt (und damit zur Technologie, zur Umwelt) nahelegen. New materialism steht nicht für ein Neuaufleben materialistischer Zugänge wie des historischen Materialis- mus bei Hegel und Marx, obwohl auch das gegenwärtig zu beobachten ist.1 Der histori- sche Materialismus war insofern wichtig, als er auf die Bedeutung der ökonomischen und politischen Strukturen und Machtverhältnisse verwies und eine grundlegende Kritik des Kapitalismus vorgelegt hat. Entsprechend wurde die Wirkweise von Macht zunächst als Top-down-Phänomen verstanden, das sich etwa in der Ausbeutung der Arbeiter durch die dominante Klasse ausdrückt (vgl. Fox & Alldred i.Dr.). Später wurde in neo-marxistischen Zugängen wie z. B. bei Gramsci, Foucault oder in den Cultural Studies, ein differenzierte- res Verständnis von Macht entwickelt, die nicht mehr durch Zwang, sondern über die Or- ganisation der Zustimmung der Menschen und über sogenannte Selbsttechnologien wirk- sam wird. Der aktuelle „turn to matter“, der im neuen Materialismus zum Ausdruck kommt, speist sich aus der Kritik an strukturalistischen und konstruktivistischen Ansätzen, die zwar die wirklichkeitskonstituierende Funktion von Sprache betonen und die Wirkweise von Macht aufzeigen, aber die materielle Dimension in den Hintergrund rücken. So richtete sich mit dem cultural turn und linguistic turn der Fokus auf die kulturelle bzw. diskursive Kon- struktion von Kultur und Sozialem (vgl. Coole & Frost 2010, S. 2f.; Folkers 2013, S. 18; Fox & Alldred i.Dr.). In der Medien- und Kommunikationswissenschaft schlägt sich dies etwa in dem Mantra von „Medien konstruieren Wirklichkeit“ nieder, das in Fragen resul- tiert wie: Welche Begriffe werden verwendet, wer/was wird damit sichtbar bzw. ausge- schlossen? Welche Zusammenhänge werden hergestellt, reproduziert, immer wieder zi- tiert? Wie wird etwas so dargestellt, dass es ‚natürlich’ erscheint – wie z. B. Geschlecht? Wie gerade auch an der letzten Frage deutlich wird, gerät mit diesem Zugang das Körper- 1 So setzen sich Studierende in selbstorganisierten Lesekreisen wieder mit den Texten von Marx ausei- nander, 2017 wurde in Deutschland ein Netzwerk Kritische Kommunikationswissenschaft gegründet (https://kritischekommunikationswissenschaft.wordpress.com). Medien, Affizierungen, verteilte Agency 87 liche und Materielle selbst aus dem Blick. Damit wird gerade die Tatsache, die Diana Coole und Samantha Frost in der Einleitung des von ihnen herausgegebenen Buches New Materialisms (2010, S. 1) ansprechen, nämlich, dass wir Menschen uns in einer materiel- len Welt bewegen, selbst aus Materie bestehen und unsere Existenz von unzähligen Mik- roorganismen in unseren Körpern abhängt, ausgeklammert. Gerade wenn wir aber die verschiedenen Wandlungsprozesse (von Umwelt, Demographie, Geopolitik bis Ökono- mie), die unsere gegenwärtige Situation kennzeichnen, verstehen und uns den daraus re- sultierenden Herausforderungen stellen wollen, ist, so Coole und Frost (2010, S. 3) eine Einbeziehung der materiellen Ebene unabdingbar. Genau das versuchen die Zugänge, die unter dem Label ‚new materialism‘ zusammenge- fasst werden. Dabei wird sowohl auf ältere materialistische Traditionen zurückgegriffen, die im Denken der Moderne marginalisiert waren. Ein Beispiel ist etwa der Philosoph Spinoza, der als Zeitgenosse Descartes’ ein ganz anderes Modell als dessen für das mo- derne Denken so grundlegenden Dualismus von Körper und Geist und dem damit einher- gehenden Verständnis von Materie als quantifizier- und messbare Objekte entwickelt hat, in dem Körper und Geist als eine Substanz gesehen werden und. Vor allem aber werden die neuen Konzeptionen von Materie, die in den Naturwissenschaften entwickelt wurden, aufgegriffen. Die in der Physik entdeckten Dynamiken von Partikeln, Konzeptionen wie Chaostheorie und Komplexitätstheorie verweisen auf selbst-organisierende Prozesse, die bisherige Vorstellungen von einer trägen Masse ablösen. Materialität wird nun als kom- plexer, durch Offenheit und Kontingenz gekennzeichneter Prozess der Materialisierung verstanden, der durch das Zusammenwirken von verschiedenen Kräften, Relationen und Kreationen gekennzeichnet ist (Coole & Frost 2010, S. 5f.). Oder, anders gesagt, „matter becomes” anstelle von „matter is” (Coole & Frost 2010, S. 10). Damit wird auf die Pro- duktivität von Materie verwiesen, oder, anders ausgedrückt, darauf, dass auch Materie über ein Vermögen von Agency verfügt. Den verschiedenen Ausformungen der neuen materialistischen Ansätze ist gemeinsam, dass sie eine posthumanistische Orientierung aufweisen, da Leben und Agency nicht nur Menschen, sondern auch Materiellem zugeschrieben wird. Darin besteht auch ein Unter- schied zu Ansätzen, die Materielles und Körperlichkeit schon in der Vergangenheit ernst genommen haben, wie etwa Phänomenologie oder Feminismus, wobei der Fokus auf menschliche Körper und Erfahrungen gerichtet war. Der neue Materialismus definiert sich explizit als nicht anthropozentrisch. Materie (das nicht-Menschliche, die Dinge) wird nicht länger als etwas Passives verstanden, mit dem menschliche Akteure etwas machen, viel- mehr verfügt auch Materie, unabhängig vom menschlichen Willen und Handeln, über eine Eigenlogik, eine Vitalität (agency) (Coole & Frost 2010). Es wird die uns so selbstver- ständlich als bestimmend erscheinende Rolle menschlichen Handelns in Frage gestellt, da auch Dinge dazu in der Lage sind, „to make things happen“ (Fox & Alldred i.Dr.). Damit steht nicht länger das menschliche Denken und Handeln unhinterfragt im Mittelpunkt und die Trennung in Bereiche wie Natur/Kultur, menschlich/nicht-menschlich, Struk- 88 Brigitte Hipfl tur/Agency, Vernunft/Emotion, Geist/Materie wird zurückgewiesen. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, komplexe Prozesse besser zu verstehen, indem der Fokus auf das Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte und Potentiale gerichtet wird. Dies hat etwa Nancy Tuana (2008) am Beispiel der Effekte von Hurrikan Katrina in New Orleans mithil- fe ihres Konzeptes der ‚viscous porosity‘ zwischen Menschen und ihrer Umwelt vorge- führt. Welche Implikationen ergeben sich daraus für unser Verständnis von Gesellschaft, von sozialen Prozessen? Die Fokussierung auf die komplexen materiellen Dynamiken und Prozesse bedeutet nicht, dass konstruktivistische Vorstellungen völlig abgelehnt werden. Coole und Frost (2010, S. 27) betonen, dass Gesellschaft sowohl materiell-real und sozial konstruiert ist, da das materielle Leben immer kulturell vermittelt ist. Andreas Folkers (2013, S. 18f.) vertritt eine differenziertere Position, wonach sich bestimmte theoretische Ausrichtungen des Konstruktivismus nicht mit dem neuen Materialismus verbinden lassen. So lässt sich, Karen Barad folgend, der sogenannte ‚Repräsentationalismus‘, der davon ausgeht, „dass die Sozialwelt zur von ihr unterschiedlichen Welt der Materie bzw. der Objekte nur über mentale oder symbolische Repräsentationen Zugang hat“ (Folkers 2013, S. 19) nicht mit den Annahmen des neuen Materialismus vereinbaren. Beim Repräsentati- onalismus wird von einer klaren Trennung zwischen Subjekten und Objekten ausgegangen und die Objekte werden in erster Linie als Träger von Bedeutungen verstanden. Der ‚linguistische Konstruktivismus‘ überwindet zwar mit seiner Fokussierung auf Sprachspiele, Sprechakte und die Performativität von Sprache den ‚Repräsentationalis- mus‘, allerdings bleibt Materie, so Folkers, „ein passives Produkt von Diskurspraktiken“ (Folkers 2013, S. 20). Auch praxistheoretische Ansätze, wie sie von Bourdieu, Latour oder Reckwitz entwickelt wurden, greifen nach Folkers (2013, S. 21f.) zu kurz. So erheben zwar praxeologische Zugänge, wie Reckwitz (2016, S. 97) betont, den Anspruch, „einen anderen Blickwinkel auf das Soziale wie auf das menschliche Handeln zu werfen“, indem das Soziale in Praktiken, „das heißt in körperlich verankerten und von einem kollektiven impliziten Wissen getragenen Verhaltensroutinen“ verortet wird. Aufgrund der impliziten Wissensschemata sind demnach soziale Praktiken immer als kulturelle Praktiken, aufgrund ihrer Verankerung in den Körpern und Artefakten, gleichzeitig immer auch als materielle Praktiken zu verstehen (Reckwitz 2016, S. 97-98). Obwohl in den Praxistheorien mit Kör- pern und Artefakten die materielle Dimension aufgegriffen wird, gehen diese Theorien nach Folkers (2013, S. 21-24) nicht weit genug. Sie sind durch eine Asymmetrie zwischen Praktiken und Materialität als materialisierter Praxis, oder, wie er es zuspitzt, zwischen lebendiger und toter Praxis gekennzeichnet. Für Folkers wird in praxeologischen Zugän- gen einerseits von lebendigen Praktiken, andererseits von in Dingen geronnener sozialer Praxis gesprochen. Letzteres wird als Kitt der Gesellschaft angesehen, als das, was Gesell- schaft dauerhaft und stabil macht. Damit wird Materialität „einseitig auf eine passive, träge und stabilisierende Rolle für die Gesellschaft fixiert“ (Folkers 2013, S. 22), wogegen der neue Materialismus gerade nicht die stabilisierende, sondern die „dynamisierende, ja Medien, Affizierungen, verteilte Agency 89 beschleunigende Qualität von materiellen Operatoren“ betont (Folkers 2013, S. 23). An- stelle von einer „Verkleisterung einzelner Teile“ wird im neuen Materialismus davon aus- gegangen, dass diese Operatoren etwas in Bewegung setzen und auf diese Weise Kollekti- ve erzeugt werden. Dabei wird nicht länger auf handelnde Akteure und soziale Strukturen zurückgegriffen um das Soziale zu erklären, sondern auf ‚Ereignisse‘ (Folkers 2013, S. 23). Als die solchen Ereignissen und den daraus erwachsenden Entwicklungen angemessene wissenschaftliche Haltung empfiehlt Folkers mit Bezug auf Isabelle Stengers’ ‚spekulati- ven Konstruktivismus‘ die „Offenheit für das Wundersame, Überraschende und Eigensin- nige der untersuchten matters. [...] Spekulation ist die Haltung, die auf die ereignishafte Potenzialität der Materialität gefasst ist.“ (Folkers 2013, S. 24). Im neuen Materialismus wird nicht mehr von der Wirkung von Strukturen ausgegangen, sondern der Ansatzpunkt sind Ereignisse und die Vorstellung, dass es die Effekte solcher Ereignisse sind, welche die Welt produzieren. Konkret geht es darum, Ereignisse daraufhin zu untersuchen, wie sich hier verschiedene Elemente zu einem bestimmten Gefüge miteinander verknüpfen. Der Fokus richtet sich hier also auf die Relationen und was diese ‚tun’, was dadurch pro- duziert wird. (Fox & Alldred i.Dr.) Affizierungen, verteilte Agency und Assemblagen Wie die bisherigen Ausführungen zeigen, wird die materielle Welt nicht als etwas gese- hen, das aus fixen, stabilen Elementen besteht, sondern aus Relationen, die bei Ereignissen in nicht vorhersehbarer Weise auftreten können. In diesem Sinn haben Körper (menschli- che Körper, aber auch alle anderen Dinge) keine stabile Form, vielmehr werden sie durch diese Relationen produziert (Fox & Alldred i.Dr.). Dies kann auch als konsequentes Wei- terdenken und als Radikalisierung des „performative turns“, wie er sich etwa in Konzepten des „doing gender“, „doing culture“, „doing memory“ etc. niederschlägt, gesehen werden. Mit dem Fokus auf Ereignisse geht es nun um die Erforschung der je spezifischen Relatio- nen, die diese Ereignisse ausmachen. Auf diese Weise wird es uns möglich, Kontinuitäten sowie Prozesse des Werdens, die die Welt ausmachen, zu erforschen (Fox und Alldred i.Dr.). Dazu brauchen wir Konzeptionen und theoretische Werkzeuge, mit denen dies möglich ist. Ein Ansatz stammt von Deleuze und Guattari, die, sich auf Spinoza bezie- hend, allen Dingen das Vermögen zuschreiben, zu affizieren und affiziert zu werden (Mas- sumi 2015). Mit Affekt ist hier nicht eine starke emotionale Reaktion oder ein menschli- ches Gefühl gemeint, sondern das Vermögen von Körpern und Dingen ganz generell (nicht nur von menschlichen Körpern), Verbindungen zu anderen Körpern herzustellen. Affekte können nach Brian Massumi (2002) als „Formen des Verbindens“ verstanden werden. Wie Seigworth und Gregg (2010, S. 2) betonen, sind diese Kräfte nicht notwendi- gerweise immer stark, kräftig, es kann sich auch um kleine alltägliche, fast unbemerkte Momente, Bewegungen handeln, die uns zu etwas veranlassen (und uns dies zumeist nicht bewusst ist). Erst später, rückblickend, können wir dies als Erfahrung beschreiben, einord- 90 Brigitte Hipfl nen. Affekt als da, was zwischen Körpern, Dingen ist, wird auch als Atmosphäre beschrie- ben, als Aura, als das, wie es sich in einer bestimmten Situation/in einem bestimmten Moment anfühlt (bei einem Sonnenuntergang in den Bergen, wenn man in einen Hörsaal kommt o. ä.). Körper, Dinge lassen sich demnach über ihre Kapazität zu affizieren und affiziert zu wer- den, charakterisieren. Affizierungen können in unterschiedlicher Form – biologisch, tech- nisch, emotional, sozial, politisch etc. – erfolgen. Von Karen Barad, einer Physikerin, die eine einflussreiche Vertreterin des neuen Materialismus ist, gibt es dazu ein schönes Wort- spiel, das dies veranschaulicht. Sie spricht von ‚response-ability‘, der Möglichkeit, auf anderes zu reagieren, (neue) Verbindungen mit anderen Körpern, Dingen einzugehen (Ba- rad 2012). Dies gilt sowohl für Menschen als auch für alles, das nicht-menschlich ist. Als Resultat kann es zu einer ‚Spezifizierung‘ des Vermögens von Körpern, zu affizieren und affiziert zu werden, kommen, oder zu einer Erweiterung dieses Vermögens, was so weit gehen kann, dass sich der Zustand von Körpern verändert (Fox und Alldred i.Dr.). Dieses Vermögen der Körper ist nicht eine Eigenschaft der Körper, sondern ist etwas, das sich in Relationen, eben durch die Affizierungen, konstituiert. Damit werden Differenzierungen der Art, dass ein Körper als Subjekt, ein anderer als Objekt gilt, hinfällig, da es immer um die Relationen geht, die etwas konstituieren (Bennett 2010). Wozu Körper in der Lage sind, hängt demnach immer von anderen Körpern bzw. von den Arrangements von Kör- pern ab, weshalb auch nicht im Voraus gewusst werden kann, wozu Körper in der Lage sind (Andersen 2014, S. 9-10). Damit ergibt sich eine völlig andere Sicht der Welt als die, die Strukturen als Grundlage verstehen. Was die Welt ausmacht, emergiert ständig auf- grund von Relationen, die spezifische, für eine bestimmte Zeit bestehende Gefüge bilden (Fox & Alldred i.Dr.). Es wird also nicht länger vom Common Sense Verständnis von Agency ausgegangen, wonach Agency etwas ist, das jemand ‚hat‘, das sich also auf Aktionen eines menschli- chen Akteurs mit bestimmten Intentionen bezieht (Slack & Wise 2005, S. 115f.). Vielmehr ist Agency als Prozess, als Relation zu sehen, in die auch Dinge (wie z. B. Technologien, Medien) involviert sind (Slack & Wise 2005, S. 117). Technologien und Medien sind nicht einfach nur Werkzeuge, die Menschen nutzen, sondern aktive Kräfte (Slack & Wise 2005, S. 122).2 2 Diese Sichtweise wird auch in der Akteur-Netzwerk-Theorie vertreten, die im Rahmen der Wissen- schafts- und Technikforschung maßgeblich von Michel Callon und Bruno Latour entwickelt wurde (Latour 2005). Menschen sind nie die alleinigen Akteure, sondern agieren immer in Abhängigkeit von anderen Akteuren (Dingen, Menschen) in spezifischen Situationen oder Kontexten, die gerade durch die Verbindung, Artikulation der verschiedenen Akteure gekennzeichnet ist und als Netzwerk be- zeichnet wird. Das heißt auch, dass Akteure erst im Aufbau des Netzwerks zu Akteuren werden (Peu- ker 2010, S. 325). Was nach Slack und Wise (2005, S. 123) allerdings in der Konzeption zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass in solchen Netzwerken nicht alle Elemente über ein gleiches Maß an Agency verfügen, dass Agency und Macht nicht gleich verteilt sind. Medien, Affizierungen, verteilte Agency 91 Jane Bennett (2010, S. 21f.) schlägt vor, von ‚distributive agency‘, von ‚verteilter Agency‘ zu sprechen. Agency kann nicht nur einem Element (traditionellerweise menschlichen Subjekten oder Technologien) zugeschrieben werden kann, sondern verteilt sich auf all die heterogenen Elemente, die zusammen eine Situation, einen Einheit bilden. Bennett bringt als Beispiel die Sätze in ihrem Buch, die aus der Verbindung verschiedener Akteure er- wachsen sind. Sie listet nur einige auf wie: ‚ihre‘ Erinnerungen, Intentionen, Auseinander- setzungen, Bakterienkulturen in ihrem Körper, Blutzucker, Brille, Computer-Tastatur, Vo- gelgesang durch das offene Fenster, Luftpartikel im Raum. Was Bennett hier beschreibt, ist etwas, das von Gilles Geleuze und Felix Guattari als Gefüge, als Assemblage verstan- den wird. Mit dem Konzept der Assemblage, wie es von Deleuze und Guattari (vgl. Buchanan 2017) entwickelt wurde, wird ein Werkzeug bereitgestellt, mit dem sich die Dynamiken der Arti- kulation bzw. Affizierungen untersuchen lassen. Assemblagen – Deleuze und Guattari sprechen im französischen Original von ‚Agencements‘ – sind Arrangements, die durch die Verbindungen von unterschiedlichen Körpern und Dingen zustande kommen. Das Konzept der Assemblage (im Deutschen wird auch der Begriff ‚Gefüge‘ verwendet) soll der Tatsache Rechnung tragen, dass Leben insgesamt und alle Dinge des Lebens (von menschlichen Körpern bis zu Institutionen) durch Relationen, das heißt, durch Prozesse der Verknüpfungen heterogener Elemente (die nicht notwendigerweise zusammengehö- ren) zustande kommen.3 Solche Assemblagen finden sich auf allen Ebenen – auf der Ebe- ne von Zellen, Organisationen, gesellschaftliche Formationen, aber auch jede Forschung ist zum Beispiel eine Assemblage (vgl. Folkers 2013, S. 27). Auch ein menschlicher Kör- per ist eine Assemblage, die aus genetischem Material, aus verschiedensten Mikroorga- nismen, Fleisch, Vorstellungen, Diskursen, Formen des Begehrens, Praktiken etc. sowie der Beziehungen zu anderen Körpern besteht. Körper verändern sich im Laufe des Lebens durch Verknüpfungen mit anderen Assemblagen – wie z. B. mit sozialen Institutionen (wie etwa Schule), mit verschiedenen Sportarten, mit Diäten, etc. (Colebrook 2002, S. xx). All diese Dynamiken und Prozesse von Assemblagen sind Teil der je spezifischen gesell- schaftlichen und ökonomischen Machtverhältnisse, wie sie in Diskursen, Kategorisierun- gen, kulturellen Normen, Kodes, Institutionen, Technologien, Architektur etc. zum Aus- druck kommen. Diese werden in Assemblagen in der Form wirksam, als sie zu ordnen, regulieren und definieren versuchen, was Körper tun können. Auf diese Weise können spezifische Assemblagen aufrechterhalten werden, indem sozial akzeptierte Verknüpfun- 3 Ein in vielerlei Hinsicht vergleichbares Konzept, das Konzept der Artikulation, wurde in den Cultural Studies von Stuart Hall (1996) entwickelt. Artikulation meint die Verknüpfung von Elementen, die nicht notwendigerweise miteinander verbunden sind. Dabei handelt es sich um Elemente ganz unter- schiedlicher Art, wie Dinge, Konzepte, Institutionen, Praktiken, die gemeinsam eine (vorübergehen- de) Einheit bilden. Genau genommen sind die jeweiligen Dinge, Konzepte, Institutionen auch wieder Artikulationen, also auch Teile von Verknüpfungen mit anderen Elementen. Für Hall war dies ein Weg, den komplexen Charakter von sozialen Formationen fassbar zu machen. 92 Brigitte Hipfl gen nahegelegt bzw. gestützt werden. Andere Formen des Handelns/Fühlens, wie auch das Begehren nach anderen Formen werden eingedämmt. Konkret funktioniert das etwa dar- über, dass unsere Wünsche, unser Begehren in der Werbung oder über andere Medienin- halte direkt angesprochen wird. Wir haben es hier mit einem umkämpften Terrain zu tun, das durch unterschiedliche Bewegungen gekennzeichnet ist. So gibt es ständig Versuche der Fixierung und Stabilisierung spezifischer Assemblagen; aber es gibt immer wieder auch neue Verbindungen, wodurch sich neue Möglichkeiten eröffnen, was Körper tun und begehren können und Wege aus bestehenden Gefügen weisen. Auf diese Weise können sich neue Formen von Kollektivität entwickeln, worauf wieder Relationen folgen, mit denen die alten Verbindungen gestärkt werden. Alle Assemblagen sind durch die ständige Bewegung zwischen diesen, auch als molar und molekular beschriebenen Organisations- formen gekennzeichnet. In der Terminologie von Deleuze und Guattari wird in dem Zu- sammenhang von Prozessen der Territorialisierung, Deterritorialisierung und Reterritoria- lisierung gesprochen (vgl. Colebrook 2002, S. xxii). Jede Assemblage, mit der wir uns verknüpfen, positioniert uns in eine spezifische Bezie- hung zur Welt: Wie verstehen wir uns selbst? Wer bzw. wie können wir sein? Was können wir tun? Jede Assemblage gestaltet Raum in spezifischer Weise und ermöglicht spezifi- sche Formen des Handelns (Wise 2012, S. 159). Dies soll am Beispiel der Diskussion von Gesundheitstechnologien – wie elektronische Blutdruckmonitore oder self-tracking- Armbänder wie FitBit, die Informationen zur körperlichen Fitness aufzeichnen – verdeut- licht werden. Nick Fox (2017) beschreibt diese als Assemblagen, die zumindest die fol- genden Relationen umfassen: Gefäßsystem – technisches Gerät – der/die Nutzer/in – Her- steller – Biomedizin – Angehörige von Gesundheitsberufen. In diesen Assemblagen pro- duzieren diese Relationen eine spezifische ‚Affektökonomie‘, die bestimmend dafür ist, was das Gerät und die anderen Relationen in der Assemblage tun können. Am Beispiel des Blutdruckmonitors besteht das primäre affektive Vermögen darin, Feedback über ansons- ten nicht zugängliche Werte zu liefern und dies wiederum produziert bei den Nutzer_innen das Vermögen, den eigenen Blutdruck im Vergleich mit anderen/früheren Werten zu be- werten und entsprechende Maßnahmen zu setzen (wie z. B. mehr Bewegung zu machen). Gleichzeitig werden auch die (mikro)politischen Effekte erkennbar. Mit dieser Assembla- ge werden die Nutzer_innen dafür verantwortlich gemacht, die eigenen Werte zu beobach- ten und in der Folge darauf zu reagieren. Damit weitet sich der biomedizinische Blick über klinische Settings in den häuslichen Bereich aus. Zudem kommt es zu einem Outsourcing und zur Privatisierung von medizinischem Monitoring. Am Beispiel von self-tracking-Geräten, die ständig Informationen über Puls und andere körperliche Parameter abgeben, zeigt sich, wie diese Assemblagen neue Formen des Han- delns ermöglichen. So werden die Nutzer_innen zu Aktivitäten motiviert (z. B. mehr Sport oder Schlaf, sie können ihre Werte mit denen ihrer Peers vergleichen), gleichzeitig kommt es zu einer ‚Responsibilisierung‘ der Nutzer_innen. Den Herstellern eröffnet die Analyse der aufgezeichneten Daten der Nutzer_innen die Möglichkeit zu zielgerichteten Marke- Medien, Affizierungen, verteilte Agency 93 ting-Initiativen. Aus gesellschaftlicher Perspektive stärken solche Assemblagen individua- lisierte Modelle von Krankheit und Gesundheit. Konsequenzen für Medienforschung und Medienpädagogik Die in diesem Beitrag vorgestellte Perspektive legt einen Zugang nahe, der nicht bei den Subjekten oder den Medien als Forschungseinheit ansetzt und auch nicht von Wirkungen digitaler Medien auf Subjekte spricht, sondern auf Verbindungen, auf Relationen fokus- siert. Wir sind aufgefordert, die Verknüpfungen und das Fließen von Affekten in As- semblagen und zwischen Assemblagen herauszuarbeiten (zu kartographieren) und zu un- tersuchen, welche Formen des Handelns, Fühlens und Begehrens produziert werden. Hier stehen Verknüpfungen, Artikulationen im Mittelpunkt und was diese Artikulationen ‚tun‘. Mithilfe des Konzepts der Assemblage kann Medienforschung betrieben werden, ohne dass diese von vornherein schon dem Vorwurf ausgesetzt ist, ‚medienzentriert‘ oder ‚tech- nikzentiert‘ zu sein (Slack & Wise 2005; Morley 2009), geht es doch darum, die Prozesse der Verbindungen aufzuspüren und zu erforschen, was diese produzieren. Im Unterschied zur traditionellen Forschung, mit der versucht wird, mit verschiedenen Methoden be- stimmte Phänomene so zu untersuchen, dass sie beschrieben, klassifiziert werden können, geht es nun darum, die Komplexität und die Dynamiken dieser Prozesse zu analysieren. Damit ist es möglich, ein differenzierteres Verständnis der Wirkweise von Macht zu erhal- ten und damit Ansatzpunkte für ein Eingreifen in Richtung Veränderung zu eröffnen (Slack & Wise 2005, S. 132f.) Mit diesem Zugang ist auch Forschung oder medienpädagogische Arbeit als Assemblage zu verstehen. In Forschungsprozessen kommt es zum Zusammenwirken verschiedener Komponenten wie: Forschungswerkzeug (Interviewleitfaden, Fragebogen etc.); Technolo- gien für das Aufzeichnen und die Analyse von Daten; Computer-Software und -Hardware; Theorien, Thesen, Hypothesen; Forschungsliteratur und Ergebnisse bereits durchgeführter Studien; Daten, die aufgrund der Verwendung der gewählten Methoden und Techniken produziert wurden; Ereignisse, die erforscht werden; die physischen Orte, an denen die Forschung durchgeführt wird; Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Forschung; Ethik-Codes; Bibliotheken, Bücher, Zeitschriften; Forscher/Forscherin (Fox & Alldred i.Dr.). Gleichzeitig kommt den Forschenden als einem Scharnier der Relationen in diesem Gefüge große Verantwortung zu. Sie müssen sich immer der Frage stellen, was sie mit ihrer Forschung machen. Denn sie sind mitverantwortlich für die Relationen, Affizierun- gen und Gefüge, die sich konstituieren. Jede Entscheidung eines Forschers/einer Forsche- rin resultiert in einem spezifischen Blick auf das Forschungsfeld; Karen Barad, einfluss- reiche Vertreterin eines feministischen Materialismus spricht in dem Zusammenhang von ‚agentiellem Schnitt‘ (Barad 2007, S. 139). Für den Bereich der Medienpädagogik gilt es, sich nicht von populären Diskursen leiten zu lassen, die Medien und Technologien als zentrale Einflussfaktoren problematisieren. Vielmehr sind wir gefordert, den Blick auf die jeweiligen Assemblagen, die sich formie- 94 Brigitte Hipfl ren, zu lenken. Es geht darum, die Relationen und was diese produzieren (wie zum Bei- spiel, welche Handlungsspielräume der Beteiligten sie eröffnen) einer kritischen Analyse zu unterziehen (vgl. z. B. Hipfl 2015). Es gilt auch, zu überlegen, welche neuen Relationen sich durch die Bereitstellung von geplanten ‚Ereignissen‘ entwickeln können. All dies soll aber mit dem Bewusstsein erfolgen, dass wir nie genau wissen und vorhersagen können, wie Körper reagieren. Es braucht also vor allem auch eine Bereitschaft und Offenheit, sich auf Neues einzulassen. Literatur Andersen, Ben (2014): Encountering Affect. Capacities, Apparatuses, Conditions. Surrey, Burlingon: Ashgate. Barad, Karen (2007): Meeting the Universe Halfway. Quantum Physics and the Entangle- ment of Matter and Meaning. Durham: Duke University Press. Barad, Karen (2012): „Matter feels, converses, suffers, desires, yearns, and remembers.“ Interview with Karen Barad. 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