IMAGE Zeitschrift für interdisziplinäre Bildwissenschaft Ausgabe Nr. 43 (1/2026), S. 35-47 ISSN 1614-0885 DOI: 10.1453/1614-0885-1-2026-16814 IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 35 HERBERT VON HALEM VERLAG Lars C. Grabbe Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien Die Skinwalker Ranch als epistemisch-ästhetisches Reallabor non-faktischer Narrative Abstract In recent years, the phenomenon of Skinwalker Ranch has attracted increasing media attention, particularly through the television series The Secret of Skin- walker Ranch (im folgenden abgekürzt als TSOSR), which has aired four seasons since 2020. The series documents a wide array of unexplained phenomena occurring on a remote site in northeastern Utah, blending observational elements typical of reality TV with features of scientific documentary film- making. This paper argues that TSOSR functions not merely as entertainment, but as a complex mode of epistemic-aesthetic knowledge production. It inter- twines scientific communication, narrative mythopoetics, and sensory-visual aesthetics in a way that challenges conventional distinctions between fact and fiction, science and myth, objective observation and subjective experience. Through its carefully crafted storytelling and visual presentation, TSOSR cre- ates a unique epistemological space where paranormal phenomena are both investigated and mythologized, producing a tension between skepticism and belief in the audience. This study examines how the series negotiates these boundaries and utilizes media strategies to shape perceptions of reality and knowledge. Ultimately, TSOSR emerges as a cultural phenomenon that merges scientific inquiry with mythic narrative structures, offering a novel approach to understanding and engaging with the mysterious and unexplained in con- temporary media. Keywords: Wissensproduktion, Anomalie-Ästhetik, Mythenbildung, Framing, Hybride Wissensform, Affektive Epistemologie, Populärwissenschaftliche Nar- ration, Visuelle Evidenz, Postfaktizität, Epistemische Kultur IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 36 Lars C. Grabbe: Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien Einleitung In den letzten Jahren hat das Phänomen der Skinwalker Ranch zunehmend mediale und öffentliche Aufmerksamkeit erfahren, nicht zuletzt aufgrund der wach- senden Popularität der TV-Serie The Secret of Skinwalker Ranch (TSOSR), die seit dem Jahr 2020 ausgestrahlt wird und mittlerweile vier Staffeln umfasst. Diese Serie widmet sich der systematischen Erkundung einer Vielzahl mysteriöser und bislang unerklärlicher Phänomene, die sich auf einem abgelegenen und weit- läufigen Gelände im Nordosten des US-Bundesstaates Utah ereignen sollen. Dabei kombiniert die Sendung narrative Strategien des Reality-TV  –  insbesondere im observational und investigativen Modus  –  mit Ästhetiken und Strukturprinzipien wissenschaftlicher Dokumentationsformate. Die Serie bewegt sich so an der Schnittstelle von Unterhaltungsmedien und populärwissenschaftlicher Wissens- vermittlung und bedient sich eines hybriden Erzählformats, das zugleich Authentizität suggeriert und narrative Fiktionalität einbindet. Im Zentrum der vorliegenden Untersuchung steht die grundlegende These, dass TSOSR nicht lediglich als spekulatives Unterhaltungsprodukt zu ver- stehen ist, sondern vielmehr als eine spezifische Form epistemisch-ästhetischer Wissensproduktion betrachtet werden kann. Dieses Format verweist auf eine komplexe Verschmelzung wissenschaftlicher Kommunikationsformen, narra- tiver Muster der Mythenbildung sowie visueller und sensorischer Ästhetiken. So entsteht ein hybrider medialer Raum, in dem zwischen Fakt, Fiktion und Mythos oszillierende Wissensformen medienästhetisch performativ sichtbar gemacht und verhandelt werden. Diese Perspektive knüpft an medientheo retische und wissenssoziologische Konzepte an, die Wissensproduktion als kul- turell eingebettete Praxis begreifen, die über die bloße Weitergabe von Informa- tion hinausgeht (vgl. Knorr Cetina 1999; Latour 1987). TSOSR kann im Kontext postmoderner Gesellschaftstheorien verstanden wer- den, die die Krise traditioneller Wahrheitsansprüche und die gleichzeitige Auf- wertung narrativer und ästhetischer Wissensformen thematisieren (vgl. Lyotard 2019 [1979]; Baudrillard 2008 [1981]). Die Serie reflektiert damit gesellschaft- liche Spannungen, die sich aus einem ambivalenten Verhältnis von wissenschaft- licher Rationalität und mythisch-transzendentalen Deutungsmustern ergeben. In dieser Hinsicht fungiert TSOSR als medialer Raum, der nicht nur epistemische Wissensbestände reproduziert, sondern durch performative und ästhetische Inszenierung einen liminalen Erfahrungs- und Erkenntnisraum schafft, in dem Rationalität und Mythos produktiv miteinander verknüpft werden. Darüber hinaus greift die Serie auf filmästhetische Strategien zurück, die eine affektive Epistemologie (vgl. Massumi 2002) fördern, indem Wissen sinnlich erfahr- bar und emotional zugänglich gemacht wird. Die performative Inszenierung wissenschaftlicher Messungen und Daten, gekoppelt mit dramaturgischer IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 37 Lars C. Grabbe: Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien Verdichtung, erzeugt eine epistemische Spannung zwischen Skepsis und Glauben, die das Publikum in einem ambivalenten Verhältnis zur gezeigten Wirklichkeit positioniert. Diese Strategie der Ästhetisierung und Mythologisierung wissen- schaftlicher Praxis erweitert klassische epistemologische Paradigmen, indem sie Wissenschaft nicht nur als kognitives, sondern auch als ästhetisches und kulturel- les Phänomen inszeniert (vgl. Böhme 1995; Bucher 2018). Zusammenfassend zeigt die vorliegende Analyse, dass TSOSR als kulturelles und mediales Phänomen weit über die Grenzen herkömmlicher Populärwissen schaft hinausweist. Die Serie bildet einen innovativen epistemischen Modus aus, in dem Wissenschaftskommunikation, mediale Narration und ästhetische Gestaltung zusammenwirken, um das Unfassbare nicht rational zu erklären, sondern sinnlich erfahrbar und narrativ greifbar zu machen. Dadurch eröffnet TSOSR neue Perspektiven auf die dynamische Produktion von Wissen in digitalen und medial durchdrungenen Gesellschaften, die von einer steigenden Ambiva- lenz gegenüber etablierten Wahrheitsinstanzen geprägt sind. 1. Medienästhetik der Wissenschaftskommunikation: Theoretischer Rahmen Die mediale Darstellung wissenschaftlicher Praxis ist alles andere als ein objek tives Abbild wissenschaftlicher Realität. Vielmehr folgt sie spezifischen ästhe- tischen, narrativen und epistemologischen Prinzipien, die das Verhältnis von Wissen, Wahrnehmung und Vermittlung wesentlich mitbestimmen. Medien- formate, die sich mit Wissenschaft und deren Deutungshoheiten beschäftigen, operieren nicht im luftleeren Raum, sondern greifen auf kulturelle Erzähl muster, visuelle Konventionen und Stereotype sowie rhetorische Strategien zurück, um Wissenschaft oder das Erzeigen objektiven Wissens im allgemeinen als verstehbare, sinnlich zugängliche und oftmals auch emotional aufgeladene Erfahrung zu inszenieren. In diesem Kontext stellt die Skinwalker Ranch ein besonders instruktives Bei- spiel dar. Sie verkörpert eine Form von infografischer Ästhetik (documentary info- graphic turn), in welcher wissenschaftliche Messinstrumente, erhobene Daten und grafische Visualisierungen nicht bloß als neutrale Informationsträger erscheinen, sondern vielmehr als ästhetisch codierte Zeichen des Ungewöhn- lichen, des Anomalen. Diese Zeichenproduktion verleiht den dargestellten Phänomenen ein hohes Maß an Bedeutung, unabhängig von deren empirischer Beweisbarkeit. Bruno Latours klassische Analyse in Laboratory Life bietet hierfür einen zentralen theoretischen Bezugsrahmen. Er zeigt auf, wie wissenschaft- liche Beobachtung nicht nur auf objektiver Datenerhebung beruht, sondern IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 38 Lars C. Grabbe: Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien wesentlich durch selektive Verfahren, kontextuelle Rahmungen und semanti- sche Verdichtungen auf Seiten des Forschenden geprägt ist. „The observer initially encounters a mysterious and apparently unconnected sequence of events. In order to make sense of his observations, the observer normally adopts some kind of theme by which he hopes to be able to construct a pattern. If he can successfully use a theme to convince others of the existence of a pattern, he can be said, at least according to relatively weak criteria, to have ‚explained‘ his observations.“ (Latour 1986: 37) Der Wissenschaftler  –  ebenso wie der mediale Beobachter von wissenschaft- licher Arbeit  –  konstruiert Sinn durch die Generierung von Mustern aus dem scheinbar Disparaten. Im Falle von The Secret of Skinwalker Ranch wird diese Musterbildung zu einer explizit ästhetischen Praxis: Mythen, technische Mess ungen und visuelle Inszenierungen werden so miteinander verwoben, so dass sie ein kohärentes Narrativ des Unerklärlichen (der Anomalie) erzeugen  –  ein Nar- rativ, dass ästhetisch zwischen Spekulation, evidenzbasierter Darstellung und fiktionaler Suggestion oszilliert. 2. Die Skinwalker Ranch als (Real-)Labor Die Skinwalker Ranch umfasst ein abgegrenztes Gelände von etwa 207 Hektar im Nordosten des US-Bundesstaates Utah. In der Fernsehserie The Secret of Skinwalker Ranch (TSOSR) wird dieses Areal nicht lediglich als geographischer Handlungs- raum dargestellt, sondern als eine hochgradig konstruierte experimentelle Zone, deren narrative und visuelle Inszenierung gezielt wissenschaftliche Assozia tionen evoziert. Dabei verschränkt sich die materielle Topografie des Terrains mit einer symbolisch aufgeladenen epistemischen Infrastruktur. Die Ranch fungiert somit als hybrider Raum, in dem empirische Beobachtung, technische Apparatur und narrative Rahmung untrennbar miteinander verknüpft sind. Die Serie organisiert diesen Raum über eine Reihe klar definierter epistemolo- gischer und ästhetischer Modi, die sich in mehreren wiederkehrenden Struktur- merkmalen manifestieren: • On-Site-Observierung: Die Erfassung und Interpretation von Phänomenen erfolgt direkt vor Ort (in situ), wodurch ein Authentizitäts- und Unmittel- barkeitseffekt erzeugt wird. Diese Form der Beobachtung suggeriert eine Nähe zum Ereignis und verleiht der dokumentarischen Darstellung einen besonderen empirischen Anspruch. • Technologieeinsatz und Messinfrastruktur: Ein breites Spektrum an Mess- und Analyseinstrumenten  –  darunter u. a. Spektrometer zur Strahlungserfassung, Bodenradarsysteme, Drohnen für Luftaufnahmen sowie Geräte zur Mes- sung der elektrischen Leitfähigkeit  –  bildet das Rückgrat der inszenierten wissenschaftlichen Praxis. Diese Apparaturen strukturieren nicht nur die IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 39 Lars C. Grabbe: Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien Wahrnehmung, sondern materialisieren das Sensorische in ästhetischer Form durch eine häufig eingesetzte visuelle Datenrepräsentation. • Expertenteam als epistemische Instanz: Die im narrativen Rahmen der Serie agierenden Subjekte  –  meist mit naturwissenschaftlichem, militärischem oder technischem Hintergrund  –  werden nicht nur als forschende Instanzen positioniert, sondern auch als Vermittler von epistemischer Autorität. Ihre spezifischen Rollen und Kommunikationsweisen dienen der Rahmung und Legitimation der dargestellten Messvorgänge und Befunde. • Ästhetisierung des Sensorischen: Die visuelle Darstellung technischer Messdaten, die Einbindung grafischer Overlays, Soundeffekte und Kameraästhetiken generieren ein sensorisches und dokumentarästhetisch relevantes Realitätsniveau, das über die reine Reproduktion von Daten hinausgeht. Vielmehr entsteht ein audiovisueller Erfahrungsraum, in dem Wahrnehmung, Affekt und Evidenzerzeugung vielfach miteinander verschränkt sind. • Authentifizierender Kommunikationsmodus: Die Präsentation der Erkenntnis- prozesse folgt einer Rhetorik der Objektivität und Verifikation, wie sie typischerweise aus wissenschaftlichen Dokumentarformaten bekannt ist. Gleichzeitig wird dieser Modus durch narrative Strategien der Spannung und Suggestion ergänzt, wodurch sich eine paradoxale Kombination aus Rationalität und Spekulation ergibt. Diese vielschichtige Struktur macht die Skinwalker Ranch in TSOSR zu einem exemplarischen Modell eines epistemisch-ästhetischen Reallabors. In diesem inszenierten Forschungsraum werden Anomalien nicht lediglich beobachtet oder registriert, sondern vielmehr durch die performative Logik der medialen Dar- stellung hervorgebracht und als bedeutungstragende Ereignisse codiert. Die Mess- instrumente und deren Visualisierungen fungieren hierbei nicht primär als neutra- le Vermittler von Fakten, sondern als dramaturgische Katalysatoren einer Wissens- ästhetik, die sich zwischen Empirie, Mythos und spekulativer Narration bewegt. 3. Mythen-Frames und Zeichenbildung Ein zentrales strukturierendes Prinzip der Serie The Secret of Skinwalker Ranch (TSOSR) ist der Einsatz mehrschichtiger, sich wechselseitig durchdringender nar- rativer Rahmen  –  sogenannter Frames oder Strong Frames (vgl. Chong/Druck- mann 2007) –, die spezifische Modi der Bedeutungsproduktion aktivieren. Diese Frames fungieren als semantische und diskursive Konstellationen, innerhalb derer disparate Beobachtungen, visuelle Phänomene und technologische Daten in kohärente narrative Sinnzusammenhänge eingebettet werden. Sie operieren im Modus der Mythenbildung, wobei sie kulturell sedimentierte Bedeutungs- systeme reaktivieren und neu kodieren. IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 40 Lars C. Grabbe: Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien „Framing can be construed in both positive and negative terms. It can be viewed asa strat- egy to manipulate and deceive individuals, or it can refer more neutrally to a learning process in which people acquire common beliefs, as in the coordination of people around a social norm“ (Chong und Druckmann 2007, 120). Insgesamt lassen sich in TSOSR vier dominante Frames identifizieren, die in der Serie regelmäßig rekurrieren und miteinander verschränkt auftreten: • Lokale Mythenbildung: Dieser Frame greift auf regional tradierte Erzähl- muster zurück, die aus dem kollektiven Erfahrungsraum der loka- len Bevölkerung stammen. Berichte von Anwohnenden über unerklär- liche Lichtphänomene, seltsame Tierverhalten oder elektromagnetische Störungen fungieren dabei als narrative Initialzündungen, die eine Atmo- sphäre des Geheimnisvollen erzeugen. Die Serie positioniert diese subjekt iven Erfahrungsberichte an der Schnittstelle zwischen Zeugenschaft und Gerücht und bettet sie in ein semi-authentisches Erfahrungsdispositiv ein. • Nationale Mythenbildung: Auf einer übergeordneten Ebene wird die Skin- walker Ranch in Verbindung mit US-amerikanischen Diskursen über UFOs (bzw. UAPs), staatliche Vertuschungsstrategien und militärische Geheim- projekte gebracht. Diese narrative Struktur mobilisiert populäre Topoi aus der amerikanischen Ufologie  –  etwa das Motiv der classified files oder die rhetorisch-ästhetische Figur des whistleblowings  –  und verknüpft sie mit massenmedialen Sensationen. Der Frame funktioniert hier als Schnittstelle zwischen populärwissenschaftlicher Spekulation, paranoidem Wissen und bürgerlicher Diskurse. • Policy of Verification: Innerhalb dieses Rahmens wird ein semiotisches Regime etabliert, das darauf abzielt, die dokumentierten Anomalien durch schein- bar wissenschaftliche Methoden und evidenzbasierte Darstellungen zu legitimieren. Zentrale Rolle spielt hierbei die Generierung sogenannter Superzeichen  –  visuelle oder messbare Indikatoren, die eine meta-referent ielle Funktion einnehmen: Sie stehen nicht nur für ein Ereignis, sondern für dessen epistemische Verifizierbarkeit. In diesem Frame operiert die Serie mit einer Rhetorik des Messbaren, die allerdings durch ihre mediale Codierung zugleich eine Form ästhetischer Suggestion darstellt. • Indigene Mythenbildung: Dieser Frame aktiviert kulturell tief verankerte Narrative indigener Herkunft, insbesondere der Navajo-Kultur. Die Figur des Skinwalkers  –  eines mythologischen Wesens, das die Gestalt verändern kann  –  wird als symbolisches Zentrum einer spirituellen Bedrohung in das Narrativ integriert. Dabei erfolgt eine ambivalente Aneignung: Einerseits dient die indigene Mythologie der dramaturgischen Aufladung des Ortes mit einer archaischen Aura des Unheimlichen, andererseits wird sie funktional isiert zur Erklärung oder Absicherung der Anomalien innerhalb eines über- greifenden (lokal-)kulturellen Frames. IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 41 Lars C. Grabbe: Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien Diese vier (Strong) Frames sind nicht als isolierte semantische Einheiten zu verstehen, sondern bilden ein dynamisches System der Bedeutungsproduktion. Ihre wechselseitige Überlagerung und (Re-)Artikulation erzeugen eine mehr dimensionale Zeichenstruktur, in der wissenschaftliche, kulturelle und mediale Bedeutungen ineinandergreifen. In dieser Struktur wird Bedeutung nicht durch lineare Kausalität, sondern durch kontextuelle Verschränkungen erzeugt. Die Frames fungieren demnach explizit als semiotische Operatoren, die es der Serie ermöglichen, heterogene Inhalte  –  von persönlichen Erfahrungsberichten bis zu radargestützten Daten  –  in eine kohärente epistemisch-ästhetische Matrix zu überführen. Dadurch gelingt es TSOSR, eine spezifische Form von Populär wissenschaftlichkeit zu etablieren, in der Evidenz, Mythos und audiovisuelle Ästhetik zu einem hybriden Wissensdispositiv verschmelzen. 4. Sensorisch-dokumentarische Phänosemiose Die Darstellung wissenschaftlicher Arbeit in The Secret of Skinwalker Ranch (TSOSR) lässt sich als ein komplexes Verfahren einer sensorisch-dokumentarischen Phäno- semiose interpretieren  –  ein Konzept, das eine produktive Verschränkung von Zeichentheorie, audiovisueller Medienästhetik und wissenschaftsvermittelnder Narration beschreibt. In der spezifischen Konstellation dieser Serie werden wissenschaftliche Zeichen- und Beweisführungspraktiken nicht nur abgebildet oder referenziert, sondern in eine multisensorisch vermittelte, performativ struk- turierte und narrativ aufgeladene Erfahrungsform überführt. Die Begrifflichkeit der Phänosemiose knüpft hierbei an die semiotischen Theorien Charles Sanders Peirce’ an, jedoch dezidiert erweitert um pragmatisch-handlungstheoretische Perspektiven sowie um medienästhetische Kategorien der Serialität, der Wahr- nehmungsstrukturierung und der epistemischen Simulation (vgl. Grabbe 2021). Zentrale Bezugsgrößen für das Verständnis dieser Phänosemiose bildet die Trias aus Syntaktik, Semantik und Pragmatik, die  –  jeweils auf die mediale Dar- stellungspraxis bezogen  –  unterschiedliche Funktionen innerhalb der wissens ästhetischen Inszenierung erfüllen: 4.1 Syntaktik: Visuelle und auditive Organisationsprinzipien der Ereignisstrukturierung Die syntaktische Ebene bezieht sich auf die Art und Weise, wie visuelle und audi- tive Zeichen innerhalb der Serie strukturiert, montiert und organisiert werden, um eine Ordnung des Wissens zu simulieren. Hierzu gehören filmsprachliche Mittel wie Kamerabewegungen (z. B. Zooms, Schwenks, Drohnenflüge), Schnitt frequenzen, rhythmisch eingesetzte Visualisierungen von Daten (etwa in Form IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 42 Lars C. Grabbe: Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien von 3D-Modellen, Heatmaps oder Frequenzspektren) sowie ein Sounddesign, das von tieffrequenten Störgeräuschen bis zu spekulativ-unheimlicher Musik reicht. Diese syntaktischen Elemente folgen keiner rein illustrativen Funktion, son- dern konstituieren eine eigene Sinnschicht, die die visuelle Rhetorik des Doku- mentarischen mit dem Suggestiven des Fiktionalen kombiniert. So entsteht ein dynamisches und zugleich (phäno-)semiotisches Regime, in dem die Grenze zwischen wissenschaftlicher Sichtbarmachung und Dramatisierung bewusst verschwimmt. 4.2 Semantik: Die Daten als bedeutungstragende Indikatoren des Anomalen Auf der semantischen Ebene operiert TSOSR mit einem System bedeutungs- tragender Zeichen, die aus vermeintlich objektiven Messdaten semantische Indikatoren des Unerklärlichen generieren. Diese Daten  –  etwa elektro- magnetische Frequenzabweichungen, Strahlungswerte oder Temperatur- unregelmäßigkeiten  –  werden nicht im Sinne klassischer wissenschaftlicher Verifikation präsentiert, sondern als symptomatische Spuren eines Anderen, das sich dem rationalen Zugriff entzieht. In diesem Sinne folgt die Serie einer Semantik des Anomalen, bei der die Zeichenfunktion der Daten über ihre Refe- renz hinaus auf eine meta-ontologische Bedeutungsebene verweist. Ästhetisch inszeniert wird damit weniger der Inhalt der Messung als deren symbolischer Mehrwert  –  das Versprechen, dass sich hinter dem Sichtbaren ein verborgenes Wirklichkeitsniveau manifestiert. 4.3 Pragmatik: Kontextualisierung im sozio-kulturellen und narrativen Handlungskontext Die pragmatische Dimension bezieht sich auf die Bedingungen und Kontexte der Bedeutungsgenerierung, also auf die Handlungssituation, die kulturelle Kodierung durch Framing sowie die erzählerische Rahmung der präsentierten Daten. Die wissenschaftlich agierenden Protagonist*innen innerhalb der Serie fungieren dabei nicht bloß als datenerhebende, sondern als mediensemiotische Akteure, deren Interaktionen, Hypothesenbildungen, Zweifel und affektiven Reaktionen integraler Bestandteil der Zeichenerzeugung sind. Die Wissens- produktion ist somit nicht rein logisch-rational organisiert, sondern in narrative Handlungszusammenhänge eingebettet, die wiederum kulturell präfiguriert sind  –  etwa durch die Mythologeme des unerklärlichen Ortes der Ranch, des Wissenschaftlers am Rand des Erklärbaren oder des technologischen Auges der Kamera. Diese pragmatischen Faktoren sind entscheidend dafür, wie Daten als beweis- fähig rezipiert werden  –  nicht in der klassischen epistemologischen, sondern in einer affektiv aufgeladenen, medial vermittelten Weise. IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 43 Lars C. Grabbe: Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien 4.4 Zwischenfazit: Phänosemiose als Wissensästhetik des Unfassbaren In ihrer Gesamtheit erzeugt diese sensorisch-dokumentarische Phänosemiose eine Form des graduell Faktischen  –  eine Zwischenform zwischen der evidenz- basierten Rhetorik wissenschaftlicher Faktizität und der narrativen Kohärenz fiktionaler Welterzeugung. Die Serie konstruiert ein epistemisches Kontinuum, in dem das Wissen weder als absolut gesichert noch als rein spekulativ erscheint, sondern als fortwährend emergente Größe, deren Evidenzcharakter maßgeblich durch visuelle, narrative und affektive Orchestrierung hergestellt wird. Damit inszeniert TSOSR nicht einfach Wissenschaftlichkeit, sondern modelliert die mediale Erfahrung von Wissenschaft in einem Kontext, in dem Unsicherheit, Mehrdeutigkeit und das Ästhetische nicht als Mängel, sondern als produktive Bestandteile epistemischer Kultur erscheinen. Dieser Ansatz lässt sich kultur- und medientheoretisch in aktuelle Dis- kussionen über Postfaktizität, Science Fictionality (vgl. Lepselter 2016, Kirby 2011), epistemische Imaginarien und narrative Evidenzproduktion einordnen. TSOSR operiert an der Schwelle zwischen Popularisierung und Mystifizierung wissenschaft- licher Praxis  –  und schafft dabei ein Format, das den Zuschauer nicht nur infor- miert, sondern epistemisch affiziert. Die Zeichen- und Bedeutungsbildung, die in diesem Format wirksam wird, ist demnach nicht bloß eine technische oder kognitive, sondern eine zutiefst kulturell situierte  –  und grundsätzlich ästhe- tisch vermittelte. 5. Anomalie-Ästhetik: Messdaten als narrative Marker Ein zentrales Strukturprinzip der Serie The Secret of Skinwalker Ranch (TSOSR) besteht in der systematischen Inszenierung sogenannter Anomalien  –  also Phä- nomenen, die sich scheinbar der rationalen Erklärung entziehen und außerhalb des als normal, regelhaft oder kausal verstehbaren Erfahrungsrahmens verortet sind. Diese Anomalien werden nicht bloß behauptet oder thematisiert, sondern durch den Einsatz unterschiedlicher Messverfahren, technischer Apparaturen und sensorischer Interfaces visuell und narrativ konkretisiert. Dabei folgen die einzelnen Staffeln jeweils einer spezifischen Dramaturgie der Evidenz- erzeugung, bei der physikalische, elektromagnetische und visuelle Daten als Marker des Unerklärlichen inszeniert werden. 5.1 Staffelübergreifende Struktur der Anomalie-Generierung Bereits in der ersten Staffel kommt eine Reihe von Messinstrumenten zum Ein- satz, die die Bodenbeschaffenheit und Strahlungswerte der Ranch untersuchen IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 44 Lars C. Grabbe: Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien sollen. Mittels Bodenradarsystemen werden Substrukturen im Untergrund sichtbar gemacht, die als metallisch interpretiert werden. Die Detektion einer konstanten Störfrequenz von 1.6 GHz sowie unerklärlich hohe Gammastrahlen werte werden narrativ als Hinweise auf eine verborgene, technologische oder sogar außerirdische Präsenz gerahmt. Diese Daten werden visuell durch ein- geblendete Graphen, Spektraldarstellungen und Infrarotvisualisierungen unter- mauert, wodurch der Eindruck wissenschaftlicher Präzision vermittelt wird. In der zweiten Staffel wird der Fokus auf luftgestützte Messmethoden erwei tert: Mithilfe eines Helikopters werden Strahlungsmessungen aus der Luft vorgenommen, wobei es zu Anomalien in der Höhenanzeige kommt  –  konkret zu inkonsistenten Höhenangaben, die nicht mit den realen Flugbewegungen übereinstimmen. Der technologische Fehler wird jedoch nicht als Störung im klassischen Sinne verstanden, sondern als performatives Zeichen einer Präsenz, die physikalische Gesetze außer Kraft zu setzen scheint. Dadurch wird ein narra- tiver Mechanismus etabliert, der Störungen nicht als Defizite, sondern als Sinn- träger interpretiert. In Staffel drei intensiviert sich die Visualisierung sogenannter UA Ps (Unidentified Aerial Phenomena). Mehrfache Sichtungen unerklärlicher Flug- objekte, zum Teil mit strukturierter Flugbahn oder Lichtabstrahlung, werden durch wiederholte Kameraperspektiven, Zeitlupenwiederholungen und Ver- langsamungseffekte ästhetisch akzentuiert. Hier tritt eine spezifische Form visueller Redundanz auf, die  –  ähnlich wie in CCTV-Überwachungsaufnahmen (Closed Circuit Television) von Beweismaterial  –  Authentizität über die Wieder- holung suggeriert. Die Aufnahmen dieser UAPs sind semantisch vage und tech- nisch unscharf, entfalten jedoch durch ihre Einbettung in die narrative Struktur eine starke Suggestivkraft. 5.2 Ästhetisierung als Modus epistemischer Rahmung Die dokumentierten Ereignisse werden nicht im neutralen Sinne abgebildet, son- dern durch gezielte medienästhetische Strategien in eine affektiv aufgeladene Erlebnisform überführt. Dazu zählen visuelle Stilmittel wie Nachtsichtoptiken, farbinvertierte Thermobilder, digitales Rauschen sowie die Verwendung semi- transparenter Infografiken, die in Echtzeit über das Bildmaterial gelegt werden. Diese Form der Ästhetisierung transformiert Messdaten in ein ästhetisches Phä- nomen, das nicht bloß informiert, sondern sinnlich affiziert. In medienphilo- sophischer Perspektive entsteht damit ein Raum epistemischer Visualisierung, in dem Wissen nicht über rationale Begründung, sondern über visuelle Evidenz vermittelt wird. Diese Stilmittel fungieren als ästhetische Indikatoren des Anomalen: Sie lassen das Unerklärliche sichtbar werden, ohne es inhaltlich zu klären. Der mediale Modus IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 45 Lars C. Grabbe: Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien orientiert sich dabei weniger an der Transparenz klassischer Wissenschafts visualisierung, sondern nähert sich der spekulativen Ästhetik von Science-Fiction- oder Mystery-Formaten an  –  allerdings unter dem Vorzeichen dokumentarischer Authentizität. Die Darstellung erzeugt so einen hybriden Wahrnehmungsraum, der zwischen Faktizität und Fiktion oszilliert. 5.3 Semiotische Analyse: Anomalie als Superzeichen Aus semiotischer Perspektive lassen sich die Anomalien als eine Form ästheti sierter Superzeichen beschreiben  –  also als Zeichen, die nicht nur auf ein einzel- nes Phänomen verweisen, sondern als übergeordnete Indikatoren einer meta reflexiven, oftmals mythisierten Wissensstruktur als sogenannte Legizeichen fungieren. In Anlehnung an Umberto Ecos Konzept des offenen Zeichens (vgl. Eco 2020) lässt sich argumentieren, dass diese Phänomene durch ihre visuelle Vagheit und narrative Ambiguität gerade deshalb so wirkmächtig sind, weil sie unterschiedlich lesbar bleiben. Ihre Bedeutung ergibt sich nicht aus einer ein- deutigen Referenz, sondern aus dem semantischen Raum, den sie eröffnen. In dieser Perspektive ist die Anomalie kein statisches Zeichen, sondern ein prozessuales Zeichenelement, das sich nur im Kontext seiner medialen, kultu- rellen und narrativen Einbettung erschließt. Sie wird dadurch zum epistemolo- gischen Katalysator, der sowohl das narrative Fortschreiten der Serie als auch die ständige (Re-)Aktualisierung des Mythos der Skinwalker Ranch ermöglicht. 5.4 Zwischenfazit: Visuelle Evidenz als mediale Konstruktion Die visuelle Darstellung vermeintlicher Anomalien in TSOSR folgt keinem objek- tivierenden Erkenntnisinteresse, sondern dient der Konstruktion eines epistemi- schen Erlebensraums, in dem wissenschaftliche Praxis, mediale Suggestion und narrative Spannung miteinander verschränkt sind. Anomalien fungieren hier als visuelle und semantische Schnittstellen, durch die eine spekulative Wissens- ordnung emergiert  –  eine Ordnung, die das Unfassbare nicht beseitigt, sondern kultiviert. Insofern sind die Anomalien keine bloßen Objekte der Darstellung, sondern zentrale Subjekte der medienästhetischen Performance, deren visuelle Präsenz zur Bedingung epistemischer Aufmerksamkeit gemacht wird. 6. Fazit: Popwissenschaft zwischen Fakt und Fiktion The Secret of Skinwalker Ranch repräsentiert ein paradigmenüberschreitendes Bei- spiel für die zeitgenössische Konstruktion populärwissenschaftlicher Wissens- vermittlung, welche sich im Spannungsfeld zwischen empirischer Faktizität IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 46 Lars C. Grabbe: Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien und narrativer Mythopoetik positioniert. Unter Rückgriff auf medientheoretische Ansätze zur Wissensproduktion wird sichtbar, wie TSOSR wissenschaftliche Praktiken nicht bloß als epistemisch verifizierbare Verfahren, sondern als per- formative Inszenierungen darstellt, die durch eine komplexe mediale Ästhetik eine kognitive Sinngebung erfahren. Diese Inszenierung erzeugt eine epist emische Spannung zwischen dem Anspruch auf wissenschaftliche Authentizi- tät und der narrativen Fiktionalisierung, wodurch der Modus der Wissensver- mittlung an Grenzen traditioneller Aufklärung stößt. TSOSR operiert als hybride Wissensform, die sich entlang der Dichotomien Objektivität und Subjektivität, Faktum und Fiktion sowie Rationalität und Mythos bewegt und so das epistemologische Konzept der Wissensvermittlung als ästhetische Erfahrung exemplarisch vorführt. Die Serie evoziert mittels fil- mischer Ästhetik, Sounddesign und dramaturgischer Struktur eine affektive Epistemologie, in der Wissen nicht allein kognitiv, sondern sensorisch erfahrbar gemacht wird. Diese ästhetische Dimension ermöglicht es, dass Unfassbare als sinnlich erlebbare Realität zu etablieren, wodurch traditionelle epistemische Gewissheiten dekonstruiert und neu konstituiert werden. Vor dem Hintergrund postmoderner Gesellschaftstheorien wird TSOSR als kul- tureller Ausdruck einer Legitimitätskrise wissenschaftlicher Autorität versteh bar. Die Serie reflektiert gesellschaftliche Sehnsüchte nach alternativen Formen der Welterklärung, die Rationalität mit transzendentalen und mythologischen Deutungsmustern verbinden. Hierdurch entsteht ein liminaler epistemischer Raum, der nicht nur Wissen produziert, sondern auch Wissenssozialisation neu formiert. Abschließend lässt sich konstatieren, dass TSOSR eine innovative Synthese aus populärwissenschaftlicher Diskurslogik, medialer Narrativität und ästhetischer Inszenierung vollzieht, die epistemologische Kategorien herausfordert und erweitert. Indem sie Wissenschaft als kulturell eingebettete, performativ ver- mittelte Praxis inszeniert, eröffnet die Serie neue Perspektiven auf die Wissens- produktion im digitalen Zeitalter, in dem Wissen zunehmend als mediale Erfahrung und ästhetische Form konstruiert und rezipiert wird. Literaturverzeichnis Monografien BAUDRILLARD, JEAN: Simulacra and Simulation. Ann Arbor [The University of Michigan Press] [1981] 2008 BÖHME, GERNOT: Atmosphäre. Essays zur neuen Ästhetik. Frankfurt/M. [Suhrkamp] 1995 IMAGE | Ausgabe 43 | 01/2026 47 Lars C. Grabbe: Ufos, Skinwalker und sensorische Anomalien BUCHER, TAINA: If … Then. ALGORITHMIC POWER AND POLITICS. Oxford [Oxford University Press] 2018 ECO, UMBERTO: Das offene Kunstwerk. Berlin [Suhrkamp] 2020 GRABBE, LARS CHRISTIAN: Analytische Phänosemiose. Systematische Medientheorie zwischen Wahrnehmung, Technologie und Zeichen. Marburg [Büchner-Verlag] 2021 KIRBY, DAVID A.: Lab Coats in Hollywood: Science, Scientists, and Cinema. Cambridge [The MIT Press] 2011 KNORR CETINA, KARIN: Epistemic Cultures. How the Sciences Make Knowledge. Cambridge, London [Cambridge University Press] 1999 LATOUR, BRUNO: Laboratory Life. The Construction of Scientific Facts. Princeton [Princeton University Press] 1986 LATOUR, BRUNO: Science in Action. How to follow scientists and engineers through society. Harvard [Harvard University Press] 1987 LEPSELTER, SUSAN: The Resonance of Unseen Things Poetics, Power, Captivity, and UFOs in the American Uncanny. Ann Arbor [University of Michigan Press] 2016 LYOTARD, JEAN-FRANÇOIS: Das postmoderne Wissen. Ein Bericht. Wien [Passagen] [1979] 2019 MASSUMI, BRIAN: Parables for the Virtual: Movement, Affect, Sensation. Durham [Duke University Press] 2002 Beiträge aus Zeitschriften Chong, Dennis; James N. Druckmann: Frame Theory. In: Annu. Rev. Polit. Sci. 2007. 10:103–26 Biographie Lars C. Grabbe, Dr. phil., Professor für Theorie der Wahrnehmung, Kommu- nikation und Medien sowie Dekan an der MSD  –  Münster School of Design der Fachhochschule Münster. Er ist Managing Editor des »Yearbook of Moving Image Studies« (YoM IS) und der Buchreihen »Bewegtbilder« und »Welt | Gestalten« im Büchner-Verlag (Marburg) sowie Reihenherausgeber von »Design- forschung  –  Designwissenschaft  –  Designtheorie« bei Springer VS (Wiesbaden). Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Phänosemiose, Medientheorie und -philosophie, Wahrnehmungstheorie, Kommunikationstheorie, Ästhetik, Semio- tik und Filmwissenschaft. Seine jüngeren Buchprojekte Designforschung und Design- wissenschaft: Methoden und Theorien gestalterischer Episteme (2024, Springer VS), Bilder des Krieges. Darstellung und Kommunikation des Krieges im Digitalen Zeitalter (2023, Büchner) und »Medienkulturwissenschaft. Eine Einführung« (2022, Springer VS) befassen sich mit zeitgenössischen Fragestellungen ästhetischer Forschung.