Die Sieben vom Rhein Produktion: DEFA 1954. Regie und Drehbuch: Annelie und Andrew Thorndike / Text und Sprecher:Karl-Eduard von Schnitzler/ Kamera: Kurt Stanke, Waldemar Rüge Format: 35mm, s/w, 2118 m = 77' Anlaufdatum: 10. 9. 1954 Ein Strom fließt durch Deutschland Produktion: DEFA 1954. Regie: JoachimKunert / Drehbuch: Gustav Wilhelm Lehm- bruck, JoachimKunert / Text: Franz Hammer Format: 35mm, Farbe, 834 m = 30' Anlaufdatum: 1. 10. 1954 DasWunder des gezeichnetenTons. Die „tönende Handschrift" von RudolfPfenninger (D 1932) FilmDokument 11, KinoArsenal, 7. Juli 1998 In Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv-Filmarchivund den Freunden der Deutschen Kinemathek Einführung: JeanpaulGoergen 1932 realisierte der Trickfilmzeichner Rudolf Pfenninger (1899 -1976) für die Münchner Emelka fünf Kurzfilmemit künstlischem Ton. Die „tönende Hand¬ schrift", wie Pfenninger seine Entwicklung nannte, beruhte auf der Überle¬ gung, die in der Vergrößerung als Zacken erkennbaren Abbildungen des Lichttonsnachzuzeichnen und so Töne und Klänge ohne Mikrophon hexzu¬ stellen. Auf langen Papierrollen zeichnete er eine Abfolge von genauberech¬ neten Zacken, die er nach ausgedehnten Vorstudienüber den Zusammenhang zwischen den Ausformungender Zackenschrift einerseits und Tonhöhe, Ton¬ stärke und Klangfarbe andererseits ermittelt hatte. Diese Zeichnungen wur¬ den abgefilmtund auf die Tonrandspur des Lichttonfilms übertragen. In seinem Dokumentarfilm Tönende Handschrift, das Wunderdes gezeichne¬ ten Tones (1932) gibt Pfenninger auch mit Hilfe von Trickzeichnungen eine sehr anschauliche Erklärung seines Verfahren. Zu stimmungsvollen Wolken¬ aufnahmen interpretiert er dann - als erstes gezeichnetesKonzert - das „Lar¬ go" von Händel. Pfenninger begleitete mit diesen „Tönen aus dem Nichts" auch zwei Puppentrickfilmeder Gebrüder Diehl (Serenade, Barcarole), einen Ballettfilm (Kleine Rebellion) sowie einen Zeichentrickfilm (Pitsch und Patsch). Diese fünf Kurztonfilme mit einer Musik ohne Instrumente wurden am 19. 10. 1932 in München und einen Tag später in Berlin (Marmorhaus) uraufgeführt. Mit dem Zusammenbruch der Emelka wurden auch Pfenningers Experimente eingestellt. 15 Rudolf Pfenninger war ein begabter Tricktechnikerund Animationsfilmer - er erfand und zeichneteauch die bizarren Fischlein Pitsch und Patschund ihre unterseeischenSpielgenossen.Bereits 1925 hatte er in dem Werbefilm der Emelka-Kulturfilrn-Gesellschaft Zwischen Mars und Erde seltsame Him¬ melserscheinungen gezeichnetund eine skurile Marsfigur animiert. Die „tö¬ nende Handschrift"versuchte aber allzusehr, konventionelleMusik nachzu¬ ahmen.Nur in Pitsch und Patsch wurde sie als eigenesMedium verstanden, unabhängig von klassischen Vorgaben, und hier schmiegt sie sich, blubbernd und zirpend, kongenial den Abenteuern unter Wasser an. Der Anteil von Pfenningers Mitarbeiter Jury Rony - auch Juryrony geschrie¬ ben - an der „tönenden Handschrift"bleibt noch zu bestimmen. Der russische Filmjournalist und Schriftstellergalt als besonderer Kenner des Animations¬ films; ein angekündigtes Buch zu diesem Thema ist aber offenbarnicht er¬ schienen.Jury Rony, der Pfenninger bei der Präsentationder tönendenHand¬ schrift auf der 110. Sitzung der Deutsche Kinotechnischen Gesellschaft am 23. November 1932 vertrat, führte damals aus, Pfenninger „denke nicht im entferntestendaran, Bestehendes ersetzenzu wollen, wenn er es getan habe, so sei es lediglich unter dem Zwang der Verhältnisse geschehen. Das Ziel Pfenningerssei, eine abstrakte Tonkinematographie, abstrakte absolut syn¬ thesetische Musik zu schaffen; er könne nicht nur durch Überlagerung von Grundtönengefärbte Töne wiedergeben, sei vielmehr auch in der Lage, voll¬ kommeneOrchestertöneaufzuzeichnen. Es sei ihm durchaus möglich, Spra¬ che zu zeichnen, er würde es indessen niemals tun; wohl aber beabsichtige Pfenninger, die Kurven der Tonaufzeichnung von Sängern so zu retuschieren, daß deren gesanglicheLeistungen der eines Caruso ebenbürtig würden." (Ki¬ notechnik, 5. 12. 1932, S. 415-418, hier: S. 418) Experimente mit synthethischen Tönen unternahm1932 auch Oskar Fi¬ schinger, der sich vordringlich für die Klangqualitätvon künstlerisch gestal¬ teten graphischen Elementen interessierte. OrnamentSound 1932 bringt eini¬ ge Beispiele dieser Versuche, die Fischinger aber nicht zu einemvorführbaren Film kombinieren konnte. Auch Läszlo Moholy-Nagy stellte um diese Zeit mit tönendes abc einen „Tontrickfilm" mit synthethischen Tönen her, der heute leider verschollenen ist: er hatte offenbarmit den Buchstaben des Alphabets,mit Fingerabdrük- ken und Gesichtsprofilen als graphischem Material experimentiert. In der Sowjetunion arbeiteten gar vier Forschergruppen an diesem Verfah¬ ren; erhalten ist der von der Iwoston-Gruppe 1934 hergestellte Zeichentrick¬ film Wor (Der Dieb) mit synthetischem Ton von Nikolai Woinow. In den vierziger Jahren wurde das Verfahren des handgemalten Tons von Norman McLaren wiederaufgegriffenund begeistert bis heute immer wieder Filmkünstler. 16 Zwischen Marsund Erde. Seltsame Filmentdeckungen der Emelka-Kulturfilm-Gesellschaft München Prod.: Emelka-Kulturfilm GmbH / Regie, Drehbuch: Dr. F. Mohl / Kamera: Gustav Weiss / Technische Leitung: P. Trost / Tnckzeichnungen: Rudolf Pfenrunger 1 Akt, 277 m, Format: 35mm, s/w, stumm, Zensur:M 1728, 30. 4. 1925 - Werbefilm für die Deutsche Verkehrsausstellung in München 1925 (Juni - Oktober 1925) Kopie: Bundesarchiv-Filmaicluv,16mm(35mm: 240 m) „Tonende Handschrift",das Wunder des gezeichneten Tones Prod.: Munchener LichtspielkunstAG, München / Realisation: Rudolf Pfennmger 1 Akt, 370 m, Format: 35mm, s/w, 1:1,33, Tonfilm, Zensur: 1932, M 4248, Jf. Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv,35mm, 358 m = 13' Pitsch und Patsch Prod.: Munchener LichtspielkunstAG, München / Tonspur und Trickfilm: Rudolf Pfen¬ nmger / Komposition: Friedrich Jung 1 Akt, 286 m, Format: 35 mm, s/w, 1:1,33, Tonfilm, Zensur: 18. 10. 1932, M 4250, Jf. Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv,35mm, 286,5 m = 11' Serenade. Aus der Serie. „Tonende Handschrift"von Rudolf Pfennmger Prod.: Munchener LichtspielkunstAG, München / Verleih: Bayerische Film GmbH / Ge¬ staltung (Puppenfilm): Gebruder Diehl / Tonende Handschrift:Rudolf Pfennmger / Mu¬ sik: „Ave Maria" (Charles Gounod)/ Musikalische Bearbeitung: Friedrich Jung 1 Akt, 200 m, Format: 35mm, s/w, 1-1,33, Tonfilm, Zensur: 18. 10. 1932, M 4251, Jf. Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv,35mm, 195 m = 7' „Barcarole" Ein Kurztonfilm aus der Sene. „Tonende Handschrift"von Rudolf Pfennmger Prod.: Munchener LichtspielkunstAG, München / Verleih: Bayerische Film GmbH / Ge¬ staltung (Puppenfilm): Gebruder Diehl / Tonende Handschrift:Rudolf Pfennmger/ Mu¬ sik: „Barcarole"(Jacques Offenbach) / Musikalische Bearbeitung: Friedrich Jung 1 Akt, 183 m, Format: 35 mm, s/w, 1:1,33, Tonfilm, Zensur: 18. 10. 1932, M 4252, Jf. Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv,35mm, 194 m = 7' KiemeRebellion Prod.: Munchener LichtspielkunstAG, München / Regie: Hemnch Kohler / Kamera: Gu¬ stav Weiss / Ballett: Deutsches Theater, München / Choreographie: Gustav Neuber / Musik. „Rakoczy Marsch" (Franz von Liszt) / Partitur: Friedrich Jung 1 Akt, 155 m, Format: 35 mm, s/w, 1:1,33, Tonfilm, Zensur: 1932, M 4253 , Jf. Kopie- Bundesarchiv-Filmarchiv,35mm, 149 m = 5' 30" OrnamentSound 1932 Realisation: Oskar Fischmger Kopie: Deutsches Filmmuseum,35mm, 56 m = 2' Wor (Der Dieb) Prod.: Studio für künstlerische Trickfilme im MoskauerKino-Kombinat, UdSSR 1934 / Buch: Bela Baläzs / Regie: Alexander Iwanow, Pantelemon Sasonow / Künstlerischer Assistent. G. Fihppow/ Komponist: Lew Schwarz / Gezeichneter Ton: N. Womow Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv,35mm, 270 m = 10' 17