Farbschöne Welt in Agfacolor Deutsche Kulturfilme 1940-44 FilmDokument 48, Kino Arsenal, 16. und 17. Oktober 2002 In Zusammenarbeit mit den Freunden der Deutschen Kine- mathek, Berlin, und dem Bundesarchiv-Filmarchiv, Berlin Einführungen: Ralf Forster Die unverwechselbar sanften, leicht rötlich schimmernden Agfacolor-Farben sind dem Fachkundigen vor allem durch Hans Albers‘ Abenteuer im Ufa-Jubi- läumsfilm Münchhausen (1943) oder aus Gebirgspanoramen im Heimatfilm der fünfziger Jahre bekannt. Doch wo liegen die Ursprünge dieser Hochtech- nologie und welche Bilderwelten brachte Agfacolor im nichtfiktionalen Film hervor?! Neben den neun vollendeten Spielfilmen entstanden zwischen 1937 und 1945 in Deutschland 25 Kulturfilme, diverse Werbefilme, einige Wochenschau sujets, vier Auslandsmonatsschauen „Panorama“? sowie zahlreiche Versuchs- aufnahmen und ungezählte Amateurfilme auf Agfacolor. Während die Demonstrationsmuster, die farbigen Wochenschauberichte, die „panorama” sowie die Amateurmaterlalien in der Regel nicht in heimischen Lichtspieltheatern gezeigt wurden, hat das deutsche Kinopublikum nach den Agfacolor-Spielfilmen vor allem die farbigen Vorprogrammfilme intensiv rezi- piert. Es ist deshalb zu vermuten, dass diese Filme Gestaltungen aufweisen, die mit Konzepten der politischen Führung zur Stärkung der „Heimatfront“ in Relation standen und auf kalkulierte Stimmungslagen des Publikums im Zweiten Weltkrieg nachhaltig reagierten. Den farbigen Kulturfilmen kam da- bei die Aufgabe zu, als dramaturgisches Bindeglied zwischen Wochenschau und Hauptfilm zu funktionieren. Als das Agfacolor-Farbverfahren am 18. April 1939 mit der Präsentation des Versuchsspielfilms Ein Lied verklingt seine erste Erprobungsphase bestanden hatte, war an die schnelle Produktion eines Langmetrage-Films nicht zu den- ken.? Um den Pressejubel über diese deutsche Erfindung mit Beispielen zu unterlegen aber auch, um die Technik praktisch zu vervollkommnen, be- schloss der Ufa-Vorstand am 1. Juni 1939 die Herstellung von farbigen Werbe- und Kulturfilmen.* Dennoch verging über ein Jahr, ehe Mitte September 1940 Kaltblütige Sippschaft und Thüringen, das grüne Herz Deutschlands in die Ki- nos gelangten. Während der erste Kulturfilm in Agfacolor das Leben von Lurchen und Kriechtieren in Tümpeln und Teichen erzählt, ist der Thüringen-Film als Tou- 22 Farbschöne Welt in Agfacolor Deutsche Kulturfilme 1940-44 FilmDokument 48, Kino Arsenal, 16. und 17. Oktober 2002 In Zusammenarbeit mit den Freunden der Deutschen Kine- mathek, Berlin, und dem Bundesarchiv-Filmarchiv, Berlin Einführungen: Ralf Forster Die unverwechselbar sanften, leicht rötlich schimmernden Agfacolor-Farben sind dem Fachkundigen vor allem durch Hans Albers’ Abenteuer im Ufa-Jubi- läumsfilm Münchhausen (1943) oder aus Gebirgspanoramen im Heimatfilm der fünfziger Jahre bekannt. Doch wo liegen die Ursprünge dieser Hochtech- nologie und welche Bilderwelten brachte Agfacolor im nichtfiktionalen Film hervor?! Neben den neun vollendeten Spielfilmen entstanden zwischen 1937 und 1945 in Deutschland 25 Kulturfilme, diverse Werbefilme, einige Wochenschau- sujets, vier Auslandsmonatsschauen „Panorama“? sowie zahlreiche Versuchs- aufnahmen und ungezählte Amateurfilme auf Agfacolor. Während die Demonstrationsmuster, die farbigen Wochenschauberichte, die „panorama” sowie die Amateurmaterialien in der Regel nicht in heimischen Lichtspieltheatern gezeigt wurden, hat das deutsche Kinopublikum nach den Agfacolor-Spielfilmen vor allem die farbigen Vorprogrammfilme intensiv rezi- piert. Es ist deshalb zu vermuten, dass diese Filme Gestaltungen aufweisen, die mit Konzepten der politischen Führung zur Stärkung der „Heimatfront“ in Relation standen und auf kalkulierte Stimmungslagen des Publikums im Zweiten Weltkrieg nachhaltig reagierten. Den farbigen Kulturfilmen kam da- bei die Aufgabe zu, als dramaturgisches Bindeglied zwischen Wochenschau und Hauptfilm zu funktionieren. Als das Agfacolor-Farbverfahren am 18. April 1939 mit der Präsentation des Versuchsspielfilms Ein Lied verklingt seine erste Erprobungsphase bestanden hatte, war an die schnelle Produktion eines Langmetrage-Films nicht zu den- ken.? Um den Pressejubel über diese deutsche Erfindung mit Beispielen zu unterlegen aber auch, um die Technik praktisch zu vervollkommnen, be- schloss der Ufa-Vorstand am 1. Juni 1939 die Herstellung von farbigen Werbe- und Kulturfilmen.* Dennoch verging über ein Jahr, ehe Mitte September 1940 Kaltblütige Sıppschaft und Thüringen, das grüne Herz Deutschlands in die Ki- nos gelangten. Während der erste Kulturfilm in Agfacolor das Leben von Lurchen und Kriechtieren in Tümpeln und Teichen erzählt, ist der Thüringen-Film als Tou- 22 rismuswerbung angelegt: Ein Mercedes-Bus bringt eine Gruppe junger Aus- flügler über die Reichsautobahn ins sommerliche Thüringer Land. Dort ver- weilen sie an beschaulichen Orten - im „Staatsbad” Salzungen, an romanti- schen Burgen, auf dem Gothaer Marktplatz und in Weimar am Gasthaus „Zum Goethebrunnen“. Naturerlebnis und deutsche Tradition stehen eng zusam- men, aktuelle politische Bezüge bringt der Film nur an einer Stelle: Zu Wei- mar vermerkt der männliche Off-Kommentar, dass die Stadt heute „den Füh- rer auf seinen Touren durch Thüringen [beherbergt] “° Trotz ihrer vermeintli- chen Neutralität sind die Agfacolor-Bilder ein Plädoyer für den Nationalsozia- lismus: Allerorts herrscht Friede, Freude und Sonnenschein - im ersten Kriegsjahr ist das Klima optimistisch, auch an einem Bratwurststand auf dem Erfurter Blumenmarkt, wo die Kamera eine fröhliche Runde beim Imbiss ein- fängt. Die ersten Agfacolor-Kulturfilme übernahmen Sujets, die der Kulturfilm längst bereitgestellt hatte: Einerseits bildeten sie schöne heimische Land- schaften ab und betonten die deutsche Kultur. Dieser Gruppe sind neben der Fremdenverkehrsreklame für Thüringen u.a. Märkische Fahrt (eine Schiffsreise durch die Mark Brandenburg) sowie der Überläufer Romantisches Burgenland zuzuordnen. Zum anderen dringen sie nun auch in Farbe immer tiefer in das „einzigarti- ge Mysterium des Lebens [vor]”.° Spezialobjektive, Zeitlupe, Zeitraffer und Mi- krokamera waren beliebte Helfer, um Frösche in Nahaufnahme, Insekten, Ein- zeller, bunte Unterwasserwelten aber auch das zauberhafte Werden und Ver- gehen der Wolken zu inszenieren: all diese Mittel werden nun durch Agfaco- lor noch einmal gesteigert. Beispiele sind Buntes Leben in der Tiefe, Wolken- spiel, Warnen und Tarnen sowie Welt im Kleinsten. Die Menge an biologischen bzw. naturwissenschaftlichen Filmen wuchs mit zunehmender Kriegsdauer an, während Romantisches Burgenland (gewiss nicht zufällig) nicht nach seiner Fertigstellung im Herbst 1944, sondern erst nach dem Krieg (1952) in die Kinos kam. Nach der Schlacht von Stalingrad wurden neue Farbkulturfilme über deutsche Landstriche nicht mehr offiziell zugelassen.’ Beiden Gruppen ist eine konsequente Verneinung der Kriegsrealität gemein- sam, entsprechend begrenzt sind die Themenfelder. Dennoch weisen die Fil- me immer wieder darauf hin, dass sie Wirklichkeit reproduzieren und dies durch die Wiedergabe natürlicher Farben genauer als in Schwarzweiß leisten können. In Welt im Kleinsten beispielsweise reflektiert der Kommentarspre- cher fortlaufend das neue Medium Farbfilm und die Mikrokinematografie. Sol- che Filme sollten wohl auch verdeutlichen, dass die deutsche Wirtschaft auch im Krieg Höchstleistungen vollbringen kann. Trotz romantischer bzw. verklärend märchenhafter Bilderwelten halten die Kulturfilme am Anspruch fest, populärwissenschaftlich belehren zu wollen. 23 rismuswerbung angelegt: Ein Mercedes-Bus bringt eine Gruppe junger Aus- flügler über die Reichsautobahn ins sommerliche Thüringer Land. Dort ver- weilen sie an beschaulichen Orten - im „Staatsbad” Salzungen, an romanti- schen Burgen, auf dem Gothaer Marktplatz und in Weimar am Gasthaus „Zum Goethebrunnen“. Naturerlebnis und deutsche Tradition stehen eng zusam- men, aktuelle politische Bezüge bringt der Film nur an einer Stelle: Zu Wei- mar vermerkt der männliche Off-Kommentar, dass die Stadt heute „den Füh- rer auf seinen Touren durch Thüringen [beherbergt]”.’ Trotz ihrer vermeintli- chen Neutralität sind die Agfacolor-Bilder ein Plädoyer für den Nationalsozia- lismus: Allerorts herrscht Friede, Freude und Sonnenschein - im ersten Kriegsjahr ist das Klima optimistisch, auch an einem Bratwurststand auf dem Erfurter Blumenmarkt, wo die Kamera eine fröhliche Runde beim Imbiss ein- fängt. Die ersten Agfacolor-Kulturfilme übernahmen Sujets, die der Kulturfilm längst bereitgestellt hatte: Einerseits bildeten sie schöne heimische Land- schaften ab und betonten die deutsche Kultur. Dieser Gruppe sind neben der Fremdenverkehrsreklame für Thüringen u.a. Märkische Fahrt (eine Schiffsreise durch die Mark Brandenburg) sowie der Überläufer Romantisches Burgenland zuzuordnen. Zum anderen dringen sie nun auch in Farbe immer tiefer in das „einzigarti- ge Mysterium des Lebens [vor]“.° Spezialobjektive, Zeitlupe, Zeitraffer und Mi- krokamera waren beliebte Helfer, um Frösche in Nahaufnahme, Insekten, Ein- zeller, bunte Unterwasserwelten aber auch das zauberhafte Werden und Ver- gehen der Wolken zu inszenieren: all diese Mittel werden nun durch Agfaco- lor noch einmal gesteigert. Beispiele sind Buntes Leben in der Tiefe, Wolken- spiel, Warnen und Tarnen sowie Welt im Kleinsten. Die Menge an biologischen bzw. naturwissenschaftlichen Filmen wuchs mit zunehmender Kriegsdauer an, während Romantisches Burgenland (gewiss nicht zufällig) nicht nach seiner Fertigstellung im Herbst 1944, sondern erst nach dem Krieg (1952) in die Kinos kam. Nach der Schlacht von Stalingrad wurden neue Farbkulturfilme über deutsche Landstriche nicht mehr offiziell zugelassen.’ Beiden Gruppen ist eine konsequente Verneinung der Kriegsrealität gemein- sam, entsprechend begrenzt sind die Themenfelder. Dennoch weisen die Fil- me immer wieder darauf hin, dass sie Wirklichkeit reproduzieren und dies durch die Wiedergabe natürlicher Farben genauer als in Schwarzweiß leisten können. In Welt im Kleinsten beispielsweise reflektiert der Kommentarspre- cher fortlaufend das neue Medium Farbfilm und die Mikrokinematografie. Sol- che Filme sollten wohl auch verdeutlichen, dass die deutsche Wirtschaft auch im Krieg Höchstleistungen vollbringen kann. Trotz romantischer bzw. verklärend märchenhafter Bilderwelten halten die Kulturfilme am Anspruch fest, populärwissenschaftlich belehren zu wollen. 23 Einige Filme formulieren Zielsetzungen, die durch das Vorführen einzelner Phänomene eingelöst zu sein scheinen: Warnfarben und Tarnfarben will so „den Versuch machen, an zahlreichen Beispielen den vermutbaren Sinn der Farbgebung [im Tierreich] aufzudecken.” Unter dem Motto „Die Welt ist er- kennbar” richten sich die Argumentationen stringent auf den Beweis dieser Feststellung und sind folglich eindimensional. In Warnfarben und Tarnfarben steht dabei die vermittelte Botschaft im Kontext der NS-Ideologie: Auch die Tiere sind einem „ewigen“ Überlebenskampf ausgesetzt und agieren stets un- ter „gefechtsmäßigen“ Bedingungen, um nicht gefressen zu werden. Die dramaturgische Struktur der farbigen Kulturfilme ist gleichermaßen auf die Kriegssituation und die spezifizierten Unterhaltungsaufgaben des Kinos zugeschnitten, die Strategie „Schwere Zeiten - leichte Filme” wirkte dem- nach nicht nur im Spielfilm. Dies äußert sich etwa in übertrieben salopp for- mulierten Kommunikationsangeboten an den Zuschauer, dem Kameraauge neugierig zu folgen und einen Spürsinn für die farbenfrohe Welt der Natur zu entwickeln (Warnfarben und Tarnfarben, Welt im Kleinsten). Strengere didaktische Schemata werden in Buntes Leben in der Tiefe durch eine humoristische, auf die zeitgenössischen Geschlechterverhältnisse abhe- bende Rahmenhandlung aufgebrochen: Ein charmanter italienischer Meeres- biologe führt eine junge, naiv gezeichnete deutsche Frau durch die adriati- sche Unterwasserwelt. Während sie entzückt den „bunten Traum“ bewundert und in den ihr unbekannten Organismen meist irgendwelche Blumen vermu- tet, gibt der Italiener dezente Hinweise und reicht die korrekten Bezeichnun- gen der Lebewesen nach. Einige Landschaftsfilme verzichten dagegen auf jeglichen Off-Kommentar, blenden die Stationen in Schrifttafeln ein und verlassen sich auf die Poesie der Bilder und die melancholische Begleitmusik (Lustgärten aus galanter Zeit, Frühling in den Vogesen).? Martin Riklis Wolkenspiel schließlich reduziert die Information über das Wetter und die Wolkenbildung auf wenige Sätze und lebt ganz vom Zauber der farbigen Zeitraffersequenzen, „die zuvor noch kein menschliches Auge wahrnehmen durfte.” Gerade an diesem wohl gelungensten Agfacolor-Kulturfilm kommt die spezi- fische Funktion der Farbsinfonien deutlich zum Ausdruck: Sie sollten die (Kriegs})Wochenschau vergessen machen und das Eintauchen in die Fiktion des Spielfilms vorbereiten. Auch deshalb blenden sie bestimmte Realitäts- aspekte aus - Großstadt und Industrie beispielsweise. Dabei finden die Filme - im Gegensatz zu den sich überschlagenden Presse- behauptungen!! - keine neuen Themen und wenn von einer neuen Ästhetik durch Agfacolor gesprochen werden kann, so reduziert sie sich auf die Farbe sowie verlangsamte Schwenks und die verringerte Schnittfrequenz. Werbefil- me über Touristenregionen etwa gehörten seit den zwanziger Jahren zu einer festen Komponente des Kulturfilms. Unterhaltende Tierfilme mit Mikroauf- 24 Einige Filme formulieren Zielsetzungen, die durch das Vorführen einzelner Phänomene eingelöst zu sein scheinen: Warnfarben und Tarnfarben will so „den Versuch machen, an zahlreichen Beispielen den vermutbaren Sinn der Farbgebung [im Tierreich] aufzudecken.”? Unter dem Motto „Die Welt ist er- kennbar” richten sich die Argumentationen stringent auf den Beweis dieser Feststellung und sind folglich eindimensional. In Warnfarben und Tarnfarben steht dabei die vermittelte Botschaft im Kontext der NS-Ideologie: Auch die Tiere sind einem „ewigen“ Überlebenskampf ausgesetzt und agieren stets un- ter ,gefechtsmafsigen” Bedingungen, um nicht gefressen zu werden. Die dramaturgische Struktur der farbigen Kulturfilme ist gleichermaßen auf die Kriegssituation und die spezifizierten Unterhaltungsaufgaben des Kinos zugeschnitten, die Strategie „Schwere Zeiten - leichte Filme” wirkte dem- nach nicht nur im Spielfilm. Dies äußert sich etwa in übertrieben salopp for- mulierten Kommunikationsangeboten an den Zuschauer, dem Kameraauge neugierig zu folgen und einen Spürsinn für die farbenfrohe Welt der Natur zu entwickeln (Warnfarben und Tarnfarben, Welt im Kleinsten). Strengere didaktische Schemata werden in Buntes Leben in der Tiefe durch eine humoristische, auf die zeitgenössischen Geschlechterverhältnisse abhe- bende Rahmenhandlung aufgebrochen: Ein charmanter italienischer Meeres- biologe führt eine junge, naiv gezeichnete deutsche Frau durch die adriati- sche Unterwasserwelt. Während sie entzückt den „bunten Traum“ bewundert und in den ihr unbekannten Organismen meist irgendwelche Blumen vermu- tet, gibt der Italiener dezente Hinweise und reicht die korrekten Bezeichnun- gen der Lebewesen nach. Einige Landschaftsfilme verzichten dagegen auf jeglichen Off-Kommentar, blenden die Stationen in Schrifttafeln ein und verlassen sich auf die Poesie der Bilder und die melancholische Begleitmusik (Lustgärten aus galanter Zeit, Frühling in den Vogesen).? Martin Riklis Wolkenspiel schließlich reduziert die Information über das Wetter und die Wolkenbildung auf wenige Sätze und lebt ganz vom Zauber der farbigen Zeitraffersequenzen, „die zuvor noch kein menschliches Auge wahrnehmen durfte.“ Gerade an diesem wohl gelungensten Agfacolor-Kulturfilm kommt die spezi- fische Funktion der Farbsinfonien deutlich zum Ausdruck: Sie sollten die (Kriegs)Wochenschau vergessen machen und das Eintauchen in die Fiktion des Spielfilms vorbereiten. Auch deshalb blenden sie bestimmte Realitäts- aspekte aus - Großstadt und Industrie beispielsweise. Dabei finden die Filme - im Gegensatz zu den sich überschlagenden Presse- behauptungen!! - keine neuen Themen und wenn von einer neuen Ästhetik durch Agfacolor gesprochen werden kann, so reduziert sie sich auf die Farbe sowie verlangsamte Schwenks und die verringerte Schnittfrequenz. Werbefil- me über Touristenregionen etwa gehörten seit den zwanziger Jahren zu einer festen Komponente des Kulturfilms. Unterhaltende Tierfilme mit Mikroauf- 24 nahmen gab es schon seit Ulrich K. T. Schulz’ Erstling Der Hirschkäfer (1921). Und als Schulz zusammen mit seinem Kameramann Walter Suchner Buntes Leben in der Tiefe in Agfacolor abdrehte, waren seit der Premiere ihres Ufa- Color-Aquariumfilms Farbenpracht auf dem Meeresgrund schon sechs Jahre vergangen. Auch Riklis farbiges Wolkenspiel hatte einen schwarzweißen Vor- läufer: Sinfonie der Wolken (1939). Neu war allerdings die Kriegssituation und die psychische Verfassung der Rezipienten. Eine andere Qualität hatte dem- nach auch der für Agfacolor reservierte Programmplatz. Bei der Auswertung einiger kurzer Agfacolor-Filme scheint ferner ein enge- rer Bezug zwischen Kultur- und Hauptfilm hergestellt worden zu sein: Welt im Kleinsten z.B. lief zusammen mit dem Lustspiel Ein schöner Tag (1944). Dort genießt ein Fronturlauber die Romanze mit einer Medizinstudentin, die in den Semesterferien als Tramschaffnerin arbeitet. Der Kulturfilm hatte opti- mistisch die Fortpflanzung ins Zentrum gerückt, obwohl oder gerade weil in Flora und Fauna „derselbe Kampf ums Dasein herrscht, wie überall auf der Welt“."? Inwieweit diese Kombinationen flächendeckend wirkten bzw. ob sie tatsächlich zentral gelenkt wurden, bleibt noch zu erforschen. Neben den beiden skizzierten Gruppen an Agfacolor-Kulturfilmen sind eini- ge Ausnahmen und Sonderfälle zu erwähnen. Die Große Deutsche Kunstaus- stellung München 1943 ist der einzige farbige Vorprogrammfilm im National- sozialismus, der ein konkretes Ereignis dokumentieren will. Als Rundgang durch die propagandistisch eingefärbte Schau angelegt, ist der Krieg in den vorgeführten „Kunstwerken“ zwar präsent, dennoch schwelgen viele der aus- gewählten Exponate in Naturidyllen oder „offenbaren die Schönheit der Frau”. " Weibliche Erotik und flotte musikalische Unterhaltung dominieren hingegen den Tanzfilm Bunter Reigen mit den Geschwistern Hedi und Margot Höpfner. In dem knalligen Streifen testete Georg Jacoby Farbarrangements für seinen Revueerfolg Die Frau meiner Träume (1944). Rezensenten lobten vor allem das Ballett an den Spiegelwänden.'“ Dieses Motiv kehrte dann auch in Die Frau meiner Träume wieder. Andere Agfacolor-Testfilme gelangten kaum in den regulären Kinoeinsatz. Sie sind nicht nur deshalb als besondere filmhistorische Raritäten anzusehen. So diente der Kurzspielfilm Groteske als Versuchsmedium für die Anfang 1941 aus Wolfen gelieferten verbesserten Negativfilme (Typ B für Außenauf- nahmen und Typ G, das erste reine Agfacolor-Kunstlichtmatenal). Hubert von Meyerinck agiert in dieser nur als Fragment überlieferten Komödie als Chef des „Verschönerungsinstituts Cassandra“ und überredet seine Kunden zu ge- wagten Haar- und Gesichtsbehandlungen. Die Thematik war hier farbfilmge- recht - sollten doch mit dem neuen Kunstlichtfilm (bei geringer Szenenaus- leuchtung) vor allem die Teints der Darsteller natürlicher wirken. Trotz schö- ner Farben bleibt Groteske in der dramaturgischen Qualität blass. 25 nahmen gab es schon seit Ulrich K. T. Schulz’ Erstling Der Hirschkdfer (1921). Und als Schulz zusammen mit seinem Kameramann Walter Suchner Buntes Leben in der Tiefe in Agfacolor abdrehte, waren seit der Premiere ihres Ufa- Color-Aquariumfilms Farbenpracht auf dem Meeresgrund schon sechs Jahre vergangen. Auch Riklis farbiges Wolkenspiel hatte einen schwarzweißen Vor- läufer: Sinfonie der Wolken (1939). Neu war allerdings die Kriegssituation und die psychische Verfassung der Rezipienten. Eine andere Qualität hatte dem- nach auch der für Agfacolor reservierte Programmplatz. Bei der Auswertung einiger kurzer Agfacolor-Filme scheint ferner ein enge- rer Bezug zwischen Kultur- und Hauptfilm hergestellt worden zu sein: Welt im Kleinsten z.B. lief zusammen mit dem Lustspiel Ein schöner Tag (1944). Dort genießt ein Fronturlauber die Romanze mit einer Medizinstudentin, die in den Semesterferien als Tramschaffnerin arbeitet. Der Kulturfilm hatte opti- mistisch die Fortpflanzung ins Zentrum gerückt, obwohl oder gerade weil in Flora und Fauna „derselbe Kampf ums Dasein herrscht, wie überall auf der Welt“.'? Inwieweit diese Kombinationen flächendeckend wirkten bzw. ob sie tatsächlich zentral gelenkt wurden, bleibt noch zu erforschen. Neben den beiden skizzierten Gruppen an Agfacolor-Kulturfilmen sind eini- ge Ausnahmen und Sonderfälle zu erwähnen. Die Große Deutsche Kunstaus- stellung München 1943 ist der einzige farbige Vorprogrammfilm im National- sozialismus, der ein konkretes Ereignis dokumentieren will. Als Rundgang durch die propagandistisch eingefärbte Schau angelegt, ist der Krieg in den vorgeführten „Kunstwerken“ zwar präsent, dennoch schwelgen viele der aus- gewählten Exponate in Naturidyllen oder „offenbaren die Schönheit der Frau”, " Weibliche Erotik und flotte musikalische Unterhaltung dominieren hingegen den Tanzfilm Bunter Reigen mit den Geschwistern Hedi und Margot Höpfner. In dem knalligen Streifen testete Georg Jacoby Farbarrangements für seinen Revueerfolg Die Frau meiner Träume (1944). Rezensenten lobten vor allem das Ballett an den Spiegelwänden.'“ Dieses Motiv kehrte dann auch in Die Frau meiner Träume wieder. Andere Agfacolor-Testfilme gelangten kaum in den regulären Kinoeinsatz. Sie sind nicht nur deshalb als besondere filmhistorische Raritäten anzusehen. So diente der Kurzspielfilm Groteske als Versuchsmedium für die Anfang 1941 aus Wolfen gelieferten verbesserten Negativfilme (Typ B für Außenauf- nahmen und Typ G, das erste reine Agfacolor-Kunstlichtmaterial). Hubert von Meyerinck agiert in dieser nur als Fragment überlieferten Komödie als Chef des „Verschönerungsinstituts Cassandra“ und überredet seine Kunden zu ge- wagten Haar- und Gesichtsbehandlungen. Die Thematik war hier farbfilmge- recht - sollten doch mit dem neuen Kunstlichtfilm (bei geringer Szenenaus- leuchtung) vor allem die Teints der Darsteller natürlicher wirken. Trotz schö- ner Farben bleibt Groteske in der dramaturgischen Qualität blass. 25 Ebenfalls nur begrenzte Zuschauerkreise dürften Farbe im Film und Aus- schnitte verschiedener additiver und subtraktiver Farbfilmaufnahmen erreicht haben. Die zwei Seltenheiten wurden erst bei Recherchen für dieses Pro- gramm exakter bestimmt, im Bundesarchiv-Filmarchiv nachgewiesen und ma- terialtechnisch gesichert. Die Kompilationen versammeln Versatzstücke der Farbfilmentwicklung und dienten dem Ziel, Agfacolor als Glanzpunkt einer Mediengenese darzustellen. Farbe im Film beschränkt sich auf das Rekapitulieren von Technologiestufen des Agfacolor-Verfahrens. Impressionen aus Thüringen, das grüne Herz Deutschlands und Rügen (hier moniert der Sprecher die noch ungenügende Grünwiedergabe) folgen Ausschnitte aus den Spielfilmen Frauen sind doch bessere Diplomaten (1941) und Die goldene Stadt (1942). Offenbar wurde an dem Film zu unterschiedlichen Zeiten gearbeitet, denn die zuletzt angehäng- ten Sequenzen aus Münchhausen (1943) und Immensee (1944) blieben un- kommentiert. Handelt es sich bei Farbe im Film um ein autonomes „Work-in-Progress-Pro- jekt” der Ufa-Lehrschau oder gar um den letzten, bisher verschollenen Akt des abendfüllenden Kompilationsfilms Dokumente zur Kulturgeschichte des deutschen Filmschaffens? Die „zusammenhanglosen Szenen“'® von Ausschnitte verschiedener additiver und subtraktiver Farbfilmaufnahmen bieten dagegen einen einmaligen Quer- schnitt über Haupt- und Nebenwege des Farbfilms von 1905 (Pathecolor) bis 1939 (Agfacolor). Seltenheitswert haben Multicolor-Aufnahmen (Szenen aus einem Werbefilm für Del Monte-Obstkonserven, um 1929), Sujets im engli- schen Kornraster-System Dufaycolor (ca. 1936) sowie Laborproben des eben- falls in Wolfen erfundenen und nur 1938/39 genutzten Pantachrom-Verfah- rens. Den Schluss bildet - als Beispiel zum Agfacolor-Negativ-Positiv-Prozess - ein Massensportfest im großen Moskauer Stadion, bei dem auch Stalin an- wesend ist. Die Provenienz dieser Bilder konnte bisher nicht geklärt werden. Besonders im Vergleich zu den verwendeten Gasparcolor-Aufnahmen (ein Puppen- und Sachanimationswerbefilm für den Rundfunkempfänger „Opta“ von Loewe) wirkt dieses Finale bieder und rückwärtsgewandt. Internationali- tät und Experimentierfreude der Gasparcolor-Gesellschaft brachten ungleich innovativere Lösungen hervor (z.B. Georg Pals avantgardistische Reklamen für Philips-Rundfunkgeräte) als es das Ufa/Ufi-Management mit Agfacolor be- werkstelligte. Um ein Medium zu revolutionieren, reichen technische Poten- ziale allein nicht aus. Die Angabe von Langmetrage-Spielfilmen, denen der jeweilige Agfacolor-Beiprogrammfilm zugeordnet war, folgt einer Auflistung des Gustav-Türek-Filmvertriebs Düsseldorf aus dem Jahre 1950.'° - Alle Filme in 35mm, sofern nicht anders angegeben. 26 Ebenfalls nur begrenzte Zuschauerkreise dürften Farbe im Film und Aus- schnitte verschiedener additiver und subtraktiver Farbfilmaufnahmen erreicht haben. Die zwei Seltenheiten wurden erst bei Recherchen für dieses Pro- gramm exakter bestimmt, im Bundesarchiv-Filmarchiv nachgewiesen und ma- terialtechnisch gesichert. Die Kompilationen versammeln Versatzstücke der Farbfilmentwicklung und dienten dem Ziel, Agfacolor als Glanzpunkt einer Mediengenese darzustellen. Farbe im Film beschränkt sich auf das Rekapitulieren von Technologiestufen des Agfacolor-Verfahrens. Impressionen aus Thüringen, das grüne Herz Deutschlands und Rügen (hier moniert der Sprecher die noch ungenügende Grünwiedergabe) folgen Ausschnitte aus den Spielfilmen Frauen sind doch bessere Diplomaten (1941) und Die goldene Stadt (1942). Offenbar wurde an dem Film zu unterschiedlichen Zeiten gearbeitet, denn die zuletzt angehäng- ten Sequenzen aus Münchhausen (1943) und Immensee (1944) blieben un- kommentiert. Handelt es sich bei Farbe im Film um ein autonomes „Work-in-Progress-Pro- jekt” der Ufa-Lehrschau oder gar um den letzten, bisher verschollenen Akt des abendfüllenden Kompilationsfilms Dokumente zur Kulturgeschichte des deutschen Filmschaffens? Die „zusammenhanglosen Szenen”'® von Ausschnitte verschiedener additiver und subtraktiver Farbfilmaufnahmen bieten dagegen einen einmaligen Quer- schnitt über Haupt- und Nebenwege des Farbfilms von 1905 (Pathécolor) bis 1939 (Agfacolor). Seltenheitswert haben Multicolor-Aufnahmen (Szenen aus einem Werbefilm für Del Monte-Obstkonserven, um 1929), Sujets im engli- schen Kornraster-System Dufaycolor (ca. 1936) sowie Laborproben des eben- falls in Wolfen erfundenen und nur 1938/39 genutzten Pantachrom-Verfah- rens. Den Schluss bildet - als Beispiel zum Agfacolor-Negativ-Positiv-Prozess - ein Massensportfest im großen Moskauer Stadion, bei dem auch Stalin an- wesend ist. Die Provenienz dieser Bilder konnte bisher nicht geklärt werden. Besonders im Vergleich zu den verwendeten Gasparcolor-Aufnahmen (ein Puppen- und Sachanimationswerbefilm für den Rundfunkempfänger „Opta“ von Loewe) wirkt dieses Finale bieder und rückwärtsgewandt. Internationali- tät und Experimentierfreude der Gasparcolor-Gesellschaft brachten ungleich innovativere Lösungen hervor (z.B. Georg Pals avantgardistische Reklamen für Philips-Rundfunkgeräte) als es das Ufa/Ufi-Management mit Agfacolor be- werkstelligte. Um ein Medium zu revolutionieren, reichen technische Poten- ziale allein nicht aus. Die Angabe von Langmetrage-Spielfilmen, denen der jeweilige Agfacolor-Beiprogrammfilm zugeordnet war, folgt einer Auflistung des Gustav-Türek-Filmvertriebs Düsseldorf aus dem Jahre 1950.'° - Alle Filme in 35mm, sofern nicht anders angegeben. 26 Ausschnitte verschiedener subtraktiver und additiver Farbfilmaufnahmen Produktion: IG Farben — Agfa / Zensur: B 52667, 10.11.1939, 286 m Zwischentitel laut Kopie: „Pathecolor / Multicolor / Ufa-Color / Kornraster (Zensurkarte: Dufay-Negativ-Positivprozeß) / Technicolor / Gasparcolor / Agfa-Pantachrom-Verfahren — Laborproben / Agfacolor-Umkehr / Agfacolor Negativ-Positiv-Verfahren“ Anmerkung: Bringt unter „Gasparcolor“ den Puppen- und Sachanimationsfilm Opta emp- fängt (Gasparcolor Werbefilme Berlin; Zensur: B 43977, 13.11.1936, 63 m, künstlerisch wertvoll} - Werbung für den Rundfunkempfänger „Opta“ der DS Loewe. Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (380 m, stumm und Ton) Thüringen, das grüne Herz Deutschlands Produktion: Ufa / Regie:A. Carl Hartmann / Kamera: Gerhard Beißert / Buch: Ernst Dahle / Musik: Hans Ebert / Zensur: B 54223, 16.9.1940, 367 m / B 60108, 3.4.1944, |&mm, 143 m ImVorprogramm zu Der Gasmann (UA: 1.8.1941, Regie: Carl Fröhlich) Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (33! m, Ton) Groteske Produktion: Ufa / Keine Zensur ermittelt (ca. März/April 1941) Credits laut Kopie: „Ein Farbversuchsfilm Aufnahmen in Agfacolor [Ufa-Zeichen] / Mit: Hu- bert vom Meyerinck, Wilhelm Bendow, Charlotte Witthauer, Ursula Krieg, Günther Lü- ders, ]. E Herrmann, Peter Cardin, Louis Brody“ Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (283 m, Ton, Fragment) Märkische Fahrt Produktion: Ufa / Regie: Kurt Rupli / Kamera:Alexander von Lagorio, Herbert Thallmeyer / Musik: Bernhard Derksen / Zensur: B 57518, 25.8.1942, 325 m Im Vorprogramm zu Du gehörst zu mir (UA: 2.3.1943, Regie: Gerhard Lamprecht) Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (300 m, Ton) Bunter Reigen Produktion: Ufa / Regie: Georg Jacoby / Kamera: Konstantin Irmen-Tschet / Bauten: Ernst H. Albrecht / Es tanzen: Hedi und Margot Höpfner Zensur: B 57589, 9.9.1942, 316 m, kw. Eingesetzt zu Reprisen des Spielfilms Der zerbrochene Krug (1937, Regie: Gustav Ucicky). Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (307 m, Ton) Farbe im Film Produktion: Ufa (Ufa-Lehrschau?) / Keine Zensur ermittelt (1941-44) Anmerkung: In Presseberichten auch als „Farben im Film“, „Farbverfahren“, „Die Welt in Farben“ oder „Farben-Querschnittsfilm“ geführt. Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (380 m, Ton, ohne Abspann) 27 Ausschnitte verschiedener subtraktiver und additiver Farbfilmaufnahmen Produktion: IG Farben — Agfa / Zensur: B 52667, 10.11.1939, 286 m Zwischentitel laut Kopie: ,,Pathécolor / Multicolor / Ufa-Color / Kornraster (Zensurkarte: Dufay-Negativ-Positivprozeß) / Technicolor / Gasparcolor / Agfa-Pantachrom-Verfahren — Laborproben / Agfacolor-Umkehr / Agfacolor Negativ-Positiv-Verfahren“ Anmerkung: Bringt unter „Gasparcolor“ den Puppen- und Sachanimationsfilm Opta emp- fangt (Gasparcolor Werbefilme Berlin; Zensur: B 43977, 13.11.1936, 63 m, kiinstlerisch wertvoll) —Werbung für den Rundfunkempfänger „Opta“ der DS Loewe. Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (380 m, stumm und Ton) Thüringen, das grüne Herz Deutschlands Produktion: Ufa / Regie:A. Carl Hartmann / Kamera: Gerhard Beißert / Buch: Ernst Dahle / Musik: Hans Ebert / Zensur: B 54223, 16.9.1940, 367 m / B 60108, 3.4.1944, |6mm, 143 m ImVorprogramm zu Der Gasmann (UA: 1.8.1941, Regie: Carl Fröhlich) Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (331 m, Ton) Groteske Produktion: Ufa / Keine Zensur ermittelt (ca. März/April 1941) Credits laut Kopie: „Ein Farbversuchsfilm Aufnahmen in Agfacolor [Ufa-Zeichen] / Mit: Hu- bert vom Meyerinck, Wilhelm Bendow, Charlotte Witthauer, Ursula Krieg, Günther Lü- ders, J. F Herrmann, Peter Cardin, Louis Brody“ Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (283 m, Ton, Fragment) Märkische Fahrt Produktion: Ufa / Regie: Kurt Rupli / Kamera:Alexander von Lagorio, Herbert Thallmeyer / Musik: Bernhard Derksen / Zensur: B 57518, 25.8.1942, 325 m Im Vorprogramm zu Du gehörst zu mir (UA: 2.3.1943, Regie: Gerhard Lamprecht) Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (300 m, Ton) Bunter Reigen Produktion: Ufa / Regie: Georg Jacoby / Kamera: Konstantin Irmen-Tschet / Bauten: Ernst H.Albrecht / Es tanzen: Hedi und Margot Höpfner Zensur: B 57589, 9.9.1942, 316 m, kw. Eingesetzt zu Reprisen des Spielfilms Der zerbrochene Krug (1937, Regie: Gustav Ucicky). Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (307 m, Ton) Farbe im Film Produktion: Ufa (Ufa-Lehrschau?) / Keine Zensur ermittelt (1941-44) Anmerkung: In Presseberichten auch als „Farben im Film“, „Farbverfahren“, „Die Welt in Farben“ oder „Farben-Querschnittsfilm“ geführt. Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (380 m, Ton, ohne Abspann) 27 Buntes Leben in der Tiefe Produktion: Ufa / Regie: Ulrich K.T. Schulz / Kamera: Walter Suchner / Musik: Friedrich Witeschnik / Text: Günther Hundertmark Zensur: B 59591, 18.12.1943, 463 m, anerkennenswert Anmerkungen: Aufgenommen im Oktober/November 1942 an der adriatischen Küste. In Presseberichten auch als „Tierschönheiten aus dem Mittelmeer“ geführt. Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (451 m, Ton) Wolkenspiel Produktion: Ufa / Regie: Martin Rikli / Kamera: Kurt Stanke, Albert Wegener / Musik: Fried- rich Witeschnik / Ton: Werner Pohl, Fred Hackland / Zensur: B 58832, 1.4.1943, 340 m, kw. Vorprogramm zu Ich werde Dich auf Händen tragen (UA: 19.10.1943, Regie: Kurt Hoffmann) Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (326 m, Ton) Die Große Deutsche Kunstausstellung München 1943 Produktion: Bavaria / Regie:Walter Hege, Ursula von Löwenstein / Musik: Hans Diernham- mer / Beratung: Kar! Kolb (nicht im Vorspann genannt, Kolb war Leiter des Hauses der Deutschen Kunst München) / Zensur: B 59612,2.12.1943, 361 m, stpw, kw. Im Vorprogramm zu: Das Lied der Nachtigall (UA: 7.1.1944, Regie:Theo Lingen) Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (354 m, Ton) Warnfarben und Tarnfarben Produktion: Ufa, Berlin-Film / Regie: Ulrich KT. Schulz, Wolfram Junghans / Kamera: Walter Suchner, Otto Gnieser / Musik: Erwin Christoph Zensur: B 59728, 11.12.1943, 407 m, kw. Im Vorprogramm zu Die Affäre Roedern (UA: 14.7.1944, Regie: Erich Waschneck) Anmerkung: In Presseberichten auch als „„Warnen und Tarnen“, „Tiere tarnen sich“, „WYarn- und Tarnfarben‘“ und „Vom Sinn der Farbe im Tierreich“ geführt. Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (396 m, Ton) Welt im Kleinsten. Farbige Mikrostudien Produktion: Ufa / Gestaltung: Ulrich K.T. Schulz / Regie, Kamera und Mikroaufnahmen: Herta Jülich / Kamera: Wolfram Junghans, Walter Suchner, Otto Gnieser / Musik: Franz R. Fried! / Zensur: B 59607, 10.11.1943, 396 m, kw. Im Vorprogramm zu Ein schöner Tag (UA: 27.1.1944, Regie: Philipp Lothar Mayring) Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (386 m, Ton) Romantisches Burgenland Produktion: Kulturfilm-Institut / Regie: Hans Cürlis / Kamera: Otto Cürlis / Musik: Olaf Bienert / FSK: 5888-b, 20.4.1953, 307 m, w. Anmerkung: Gedreht im September/Oktober 1944.— Auch in einer englischen und französi- schen Fassung hergestellt (Verleih: Deutsche Zentrale für Fremdenverkehr Frankfurt am Main) Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (307 m, Ton) 28 Buntes Leben in der Tiefe Produktion: Ufa / Regie: Ulrich K.T. Schulz / Kamera: Walter Suchner / Musik: Friedrich Witeschnik / Text: Günther Hundertmark Zensur: B 59591, 18.12.1943, 463 m, anerkennenswert Anmerkungen: Aufgenommen im Oktober/November 1942 an der adriatischen Küste. In Presseberichten auch als „Tierschönheiten aus dem Mittelmeer“ geführt. Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (451 m, Ton) Wolkenspiel Produktion: Ufa / Regie: Martin Rikli / Kamera: Kurt Stanke, Albert Wegener / Musik: Fried- rich Witeschnik / Ton:Werner Pohl, Fred Hackland / Zensur: B 58832, 1.4.1943, 340 m, kw. Vorprogramm zu Ich werde Dich auf Händen tragen (UA: 19.10.1943, Regie: Kurt Hoffmann) Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (326 m, Ton) Die Große Deutsche Kunstausstellung München 1943 Produktion: Bavaria / Regie:Walter Hege, Ursula von Lowenstein / Musik: Hans Diernham- mer / Beratung: Kar! Kolb (nicht im Vorspann genannt, Kolb war Leiter des Hauses der Deutschen Kunst München) / Zensur: B 59612, 2.12.1943, 361 m, stpw, kw. Im Vorprogramm zu: Das Lied der Nachtigall (UA: 7.1.1944, Regie: Theo Lingen) Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (354 m, Ton) Warnfarben und Tarnfarben Produktion: Ufa, Berlin-Film / Regie: Ulrich K.T. Schulz, Wolfram Junghans / Kamera: Walter Suchner, Otto Gnieser / Musik: Erwin Christoph Zensur: B 59728, 11.12.1943, 407 m, kw. Im Vorprogramm zu Die Affäre Roedern (UA: 14.7.1944, Regie: Erich Waschneck) Anmerkung: In Presseberichten auch als „Warnen und Tarnen“, „Tiere tarnen sich“, „Warn- und Tarnfarben“ und „Vom Sinn der Farbe im Tierreich“ geführt. Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (396 m, Ton) Welt im Kleinsten. Farbige Mikrostudien Produktion: Ufa / Gestaltung: Ulrich K.T. Schulz / Regie, Kamera und Mikroaufnahmen: Herta Jülich / Kamera: Wolfram Junghans, Walter Suchner, Otto Gnieser / Musik: Franz R. Fried! / Zensur: B 59607, 10.11.1943, 396 m, kw. Im Vorprogramm zu Ein schöner Tag (UA: 27.1.1944, Regie: Philipp Lothar Mayring) Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (386 m, Ton) Romantisches Burgenland Produktion: Kulturfilm-Institut / Regie: Hans Cürlis / Kamera: Otto Cürlis / Musik: Olaf Bienert / FSK: 5888-b, 20.4.1953, 307 m, w. Anmerkung: Gedreht im September/Oktober 1944.— Auch in einer englischen und französi- schen Fassung hergestellt (Verleih: Deutsche Zentrale für Fremdenverkehr Frankfurt am Main) Kopie: Bundesarchiv-Filmarchiv (307 m, Ton) 28 ' Die Entwicklung des Agfacolor-Farbverfahrens und erste Spielfilmprojekte sind inzwi- schen ausreichend dokumentiert.Vgl. Gert Koshofer: Color. Die Farben des Films. Berlin: Volker Spiess 1988; Joachim Polzer (Hg.):Weltwunder der Kinematographie. Fünfte Ausga- be. Berlin:Verlag der DGFK 1999 [Rezension in: FILMBLATT 12,5. 65-68] und die vom Industrie- und Filmmuseum Wolfen herausgegebene Broschürenserie „Die Filmfabrik Wol- fen —- Aus der Geschichte“, insbesondere Heft 2,4,8 und I 1 [Sammelbesprechung in die- ser Ausgabe, 5. 94-96]. *Vgl. Karl Stamm: Panorama. Farbige Auslands-Filmpropaganda 1944/45. In: FILMBLATT 12, 5. 30-37. ’Verschiedenste technische Schwierigkeiten - u.a. ungleichmäßige Emulsionen des Nega- tivfilms — führten dazu, dass die am 8.6.1939 beschlossene Produktion des ersten Agfaco- lor-Langspielfilms Frauen sind doch bessere Diplomaten bis in den Oktober 1941 hinein an- dauerte. * Protokoll Ufa-Vorstandssitzung Nr. 1369 vom 1.6.1939, Punkt 23 (Bundesarchiv: R 109 1/ 1033c, fol. 273). ® Off-Kommentar Thüringen, das grüne Herz Deutschlands. * Off-Kommentar Welt im Kleinsten. ” Der am 14.12.1943 zensierte Boehner-Film Hochzeit in der Schwalm, der eine Trachten- hochzeit „im Herzen Deutschlands“ (Einleitungstitel) dokumentiert, wurde nur für Veran- staltungen der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr freigegeben. ® Off-Kommentar Warnfarben und Tarnfarben. ° Lustgärten aus galanter Zeit und Frühling in den Vogesen wurden nicht vorgeführt. Diesem Typ ist ebenfalls der Boehner-Film Kleine Elsaßfahrt (1943) zuzurechnen.Vgl. Dresdner Lehrjahre. Eine kleine Königstragödie (1935) und andere frühe Dokumentar- und Werbefil- me von Richard Groschopp. In: FILMBLATT 16,5. 21-26. '° Off-Kommentar Wolkenspiel. '! Nicholas Kaufmann: Farbe erschließt neue Kulturfilm-Möglichkeiten. In: Film-Kurier, Nr. 233, 4.10.1940; Ulrich K.T. Schulz: Eine wichtige Etappe des biologischen Films. Der Farbfilm wird nach und nach eine völlige Umwälzung für den Kulturfilmschöpfer bedeuten. In: Film-Kurier, Nr. 5, 18.1.1944. ? Off-Kommentar Welt im Kleinsten. "3 Off-Kommentar Die Große Deutsche Kunstausstellung München 1943. * „Filmische Wirkungen indessen wurden hauptsächlich in der letzten Szene (Kaiserwal- zer) erreicht, bei der die Kamera aus einem auch farblich reizvollen Spiel mit Spiegeleffek- ten äußerst ansprechende Bewegtheit gewinnt.“ (Film-Kurier, Nr. 272, 19.11.1942) 5 Zensurkarte B 52667 vom 10.11.1939 (Bundesarchiv-Filmarchiv). '* Bundesarchiv R 109 | / 1889. Die Kombinationen wurden durch Presseberichte von Spielfilmpremieren bestätigt. 29 ' Die Entwicklung des Agfacolor-Farbverfahrens und erste Spielfilmprojekte sind inzwi- schen ausreichend dokumenitiert.Vgl. Gert Koshofer: Color. Die Farben des Films. Berlin: Volker Spiess 1988; Joachim Polzer (Hg.):Weltwunder der Kinematographie. Fünfte Ausga- be. Berlin:Verlag der DGFK 1999 [Rezension in: FILMBLATT 12,$. 65-68] und die vom Industrie- und Filmmuseum Wolfen herausgegebene Broschürenserie „Die Filmfabrik Wol- fen —Aus der Geschichte“, insbesondere Heft 2,4,8 und I | [Sammelbesprechung in die- ser Ausgabe, S. 94-96]. ? Vgl. Karl Stamm: Panorama. Farbige Auslands-Filmpropaganda 1944/45. In: FILMBLATT 12, S. 30-37. >Verschiedenste technische Schwierigkeiten — u.a. ungleichmaBige Emulsionen des Nega- tivfilms — führten dazu, dass die am 8.6.1939 beschlossene Produktion des ersten Agfaco- lor-Langspielfilms Frauen sind doch bessere Diplomaten bis in den Oktober 1941 hinein an- dauerte. “ Protokoll Ufa-Vorstandssitzung Nr. 1369 vom 1.6.1939, Punkt 23 (Bundesarchiv: R [09 1/ 1033c, fol. 273). ® Off-Kommentar Thüringen, das grüne Herz Deutschlands. * Off-Kommentar Welt im Kleinsten. ” Der am 14.12.1943 zensierte Boehner-Film Hochzeit in der Schwalm, der eine Trachten- hochzeit „im Herzen Deutschlands“ (Einleitungstitel) dokumentiert, wurde nur für Veran- staltungen der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr freigegeben. ® Off-Kommentar Warnfarben und Tarnfarben. * Lustgärten aus galanter Zeit und Frühling in den Vogesen wurden nicht vorgeführt. Diesem Typ ist ebenfalls der Boehner-Film Kleine Elsaßfahrt (1943) zuzurechnen.Vgl. Dresdner Lehrjahre. Eine kleine Königstragödie (1935) und andere frühe Dokumentar- und Werbefil- me von Richard Groschopp. In: FILMBLATT 16, S.2!-26. '° Off-Kommentar Wolkenspiel. '' Nicholas Kaufmann: Farbe erschlieBt neue Kulturfilm-Méglichkeiten. In: Film-Kurier, Nr. 233, 4.10.1940; Ulrich K.T. Schulz: Eine wichtige Etappe des biologischen Films. Der Farbfilm wird nach und nach eine völlige Umwälzung für den Kulturfilmschöpfer bedeuten. In: Film-Kurier, Nr. 5, 18.1.1944. '? Off-Kommentar Welt im Kleinsten. '? Off-Kommentar Die Große Deutsche Kunstausstellung München 1943. * „Filmische Wirkungen indessen wurden hauptsächlich in der letzten Szene (Kaiserwal- zer) erreicht, bei der die Kamera aus einem auch farblich reizvollen Spiel mit Spiegeleffek- ten äußerst ansprechende Bewegtheit gewinnt.“ (Film-Kurier, Nr. 272, 19.11.1942) Zensurkarte B 52667 vom 10.11.1939 (Bundesarchiv-Filmarchiv). '® Bundesarchiv R 109 I / 1889. Die Kombinationen wurden durch Presseberichte von Spielfilmpremieren bestätigt. 29