Oxen, Nicolas2022-11-212022-11-212022https://mediarep.org/handle/doc/20193Als bei der Apollo 13-Mission (1970) plötzlich ein Sauerstofftank explodiert, rettet eine kuriose Bastelarbeit aus Raumanzugteilen, Schläuchen und Klebeband der Crew das Leben. Unfälle sind nicht nur disruptive Ereignisse, die den gewohnten Lauf und die Ordnung der Zeit unterbrechen, sondern sie setzen auch zeitintensive Praktiken der Improvisation und Zweckentfremdung frei. In einer Notsituation müssen unter Zeitdruck und ohne gesichertes Wissen pragmatische und unkonventionelle Lösungen gefunden werden. Anhand des Unfalls von Apollo 13 verbindet der Beitrag praxeologische und akteur-netzwerktheoretische Betrachtungen zu Praktiken der Improvisation und Zweckentfremdung mit zeit- und ereignisphilosophischen Thesen. Es geht darum zu zeigen, dass die Theoriebildung der Kulturtechnik- und Infrastrukturforschung von einer prozess- und medienphilosophischen Perspektive auf Ereignisse profitieren kann. Denn gerade die disruptive Temporalität des Unfalls fordert dazu heraus, an einer neuen akzidentiellen Ontologie des Technischen zu arbeiten, welche die spezifische Zeitlichkeit von Unfällen und die mit ihnen verbundenen Praktiken der Improvisation und Zweckentfremdung angemessen beschreiben kann.Als bei der Apollo 13-Mission (1970) plötzlich ein Sauerstofftank explodiert, rettet eine kuriose Bastelarbeit aus Raumanzugteilen, Schläuchen und Klebeband der Crew das Leben. Unfälle sind nicht nur disruptive Ereignisse, die den gewohnten Lauf und die Ordnung der Zeit unterbrechen, sondern sie setzen auch zeitintensive Praktiken der Improvisation und Zweckentfremdung frei. In einer Notsituation müssen unter Zeitdruck und ohne gesichertes Wissen pragmatische und unkonventionelle Lösungen gefunden werden. Anhand des Unfalls von Apollo 13 verbindet der Beitrag praxeologische und akteur-netzwerktheoretische Betrachtungen zu Praktiken der Improvisation und Zweckentfremdung mit zeit- und ereignisphilosophischen Thesen. Es geht darum zu zeigen, dass die Theoriebildung der Kulturtechnik- und Infrastrukturforschung von einer prozess- und medienphilosophischen Perspektive auf Ereignisse profitieren kann. Denn gerade die disruptive Temporalität des Unfalls fordert dazu heraus, an einer neuen akzidentiellen Ontologie des Technischen zu arbeiten, welche die spezifische Zeitlichkeit von Unfällen und die mit ihnen verbundenen Praktiken der Improvisation und Zweckentfremdung angemessen beschreiben kann.deuAkteur-Netzwerk-TheoriePraxeologieKulturtechnik700702.8Workaround im Weltall – Apollo 13http://dx.doi.org/10.25819/ubsi/1019610.25969/mediarep/190281619-1641