Reihe Medienwissenschaften

Begründet 2002 an der Universität Siegen, hat die Reihe Medienwissenschaften ein großes Spektrum einer kulturwissenschaftlich orientierten Medienwissenschaft vorgestellt, von Längsschnitten zur Geschichte der Medien über detailreiche Untersuchungen zur Intermedialität, systematischen Modellierungen und Theorien zu sehr praktischen mediendidaktischen Vorschlägen ihrer Umsetzung in Bildungsinstitutionen. Mit Analysen des Erzählens in Videospielen, medienpolitischer Strategien im Netz, mit Vorschlägen zum Internetworking bis hin zu kritischen Analysen populistischer Bewegungen konnten aktuelle Entwicklungen der Formen, Funktionen und Interdependenzen medialer Netzwerke in den Blick genommen werden. Die Reihe steht weiter für solch vielfältige Themen einer historisch, empirisch wie systematisch forschenden Medienwissenschaft.

Recent Submissions

Now showing 1 - 9 of 9
  • Book
    Weiblichkeit und nationales Selbstverständnis. Die Darstellung der Frau und ihre Funktion in der vietnamesischen Filmkunst von den 60er Jahren bis heute
    Scharf, Stefanie (2018)
    Im nationalvietnamesischen Kino sind der Zweite Indochina-Krieg (der ’Vietnamkrieg’) und seine Folgen omnipräsentes Thema. Damit bildet der vietnamesische Film in gewisser Weise das Pendant zum westlichen, insbesondere US-amerikanischen Vietnamkriegsfilm. Die vorliegende Arbeit widmet sich dem vietnamesischen Film von seinen Anfängen bis in die Gegenwart. Beleuchtet werden die Besonderheiten vietnamesischer Filmkunst mit Fokus auf der einzigartigen Ausgestaltung der Figuren, die in deutlichem Kontrast zum Figurenkonzept westlicher (Kriegs-)Spielfilme steht. Auf Basis einer kulturwissenschaftlichen Untersuchung und der anschließenden Filmanalysen begibt sich die Autorin auf die Suche nach Gründen für die hohe Dichte weiblicher Heldenfiguren und geht dabei auch der Frage nach, ob die behandelten Filmbeispiele dem ’feministischen Film’ zuzuordnen sind.
  • Book
    Populismus 2.0? Eine Diskursanalyse der politischen Polarisierung auf Twitter
    Froböse, Lars (2020)
    In Zeiten von twitternden US-Präsidenten, Shitstorms, Cybermobbing und Fake-News, verbreitet über die beinahe omnipräsenten sozialen Medien, fällt die politische Meinungsbildung zunehmend schwerer. Erst recht, wenn Politiker die neuen Möglichkeiten ungefilterter, beliebig skalierbarer Online-Kommunikation für populistische Agitation nutzen. Die vorliegende Publikation geht der Frage nach, ob soziale Medien Populismus befördern und damit die Polarisierung politischer Diskurse begünstigen. Dafür wird die Twitter-Kommunikation aller Bundestagsabgeordneten im Vorfeld der Europawahl 2019 mittels kritischer Diskursanalyse nach Siegfried Jäger (2012) untersucht, wobei das Untersuchungsinstrument um ein neu entwickeltes, auf soziale Medien zugeschnittenes Analyseinstrument zur Erkennung von Elementen des populistischen Diskurses erweitert wird.
  • Book
    Die Inszenierung von Autorschaft bei Uwe Timm
    Anuntkosol, Nantana (2020)
    Die vorliegende Dissertation befasst sich mit der Frage der Inszenierung der Autorschaft am Beispiel von Uwe Timm. Dieser Problematik geht sie nach, indem sie vier unterschiedliche „begleitende“ Genres untersucht: Zeitschriften und Zeitungen, Reiseberichte, Autobiographien und Poetikvorlesungen, welche unter dem Begriff „Medien der Autorschaft“ nach Urs Meyer zu verstehen sind. Das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit richtet sich auf die medialen Erscheinungsformen einerseits und auf die Darstellungsweise der Autorschaft andererseits. Auf dieser Grundlage werden multiple Autorbilder von Uwe Timm vor dem Hintergrund des Konzepts des literarischen Felds und des Habitus von Pierre Bourdieu herausgearbeitet: der politisch engagierte Autor, der Autor als Ethnologe, der Autor als Erinnerungsarbeiter des kollektiven Gedächtnisses sowie der Autor als Geschichtenerzähler.
  • Book
    Paragone 1900. Studien zum Futurismus
    Erstić, Marijana (2018)
    Das 20. Jahrhundert kann als ein neues Jahrhundert der Verunsicherung definiert werden. Aus medienwissenschaftlicher Sicht wird oftmals von einer Krise der Gestik und der Bewegung in Bildern und Texten zu Beginn des 20. Jahrhunderts gesprochen, die einhergeht mit der Entwicklung neuer Medien. Diese verweist auf einen neuen Paragone als einen Vergleich zwischen den alten Künsten und den neuen Medien, wie er im Rahmen des Ersten italienischen Futurismus (1909–1918) zu beobachten ist: Die damals neuen Medien Photographie und Film stehen in einem Wettstreit mit den wesentlich älteren Künsten Malerei und Skulptur. Die Autorin analysiert die technisch-medialen Erneuerungen als Veränderung der Wahrnehmungsmuster im italienischen Futurismus und in dessen künstlerischer Nachfolge im Rahmen einer intermedial sowie komparatistisch ausgerichteten Studie.
  • Book
    Ein Jahrhundert der Verunsicherung. Medienkomparatistische Analysen
    Erstić, Marijana (2017)
    Den Worten Susan Sontags zufolge ist das 20. Jahrhundert in Sarajevo "geboren worden und verstarb dort auch“. Nach den beiden Weltkriegen, dem Kalten Krieg und dem Jugoslawienkrieg scheint dieser Tatbestand für ganz Europa relevant. Er schlägt sich häufig in der Ästhetik des Schreckens nieder. Im Buch werden vorrangig Werke des Alpen-Adria-Raumes analysiert, die diese Ästhetik als Antizipation, als Erklärung, als Warnung, als Appell benutzen (Werke von Stefan Zweig, Gabriele d´Annunzio, Miroslav Krleza, Thomas Mann, Roman Polanski, Władysław Szpilman, Pier Paolo Pasolini, Michelangelo Antonioni, Rainer Werner Fassbinder, Tarsem Singh, Derek Jarman, Giuseppe Tornatore, Ferdinand von Schirach, Slavenka Drakulić, Jasmila Zbanić, Danis Tanović, Oliviero Toscani, U2). Sie entlarven das 20. Jahrhundert als einen Nachfolger des 16. Jahrhunderts, als ein Jahrhundert der Verunsicherung.
  • Book
    Dubrovnik intermedial. Zwischen Idyll und Katastrophe
    Erstić, Marijana (2020)
    Ragusa, heute Dubrovnik, ist einzigartig. Die Stadtrepublik war über sechs Jahrhunderte (zwischen 1204–1808) inmitten der Großmächte Venedig/Österreich-Ungarn/Osmanisches Reich unabhängig, stets freiheitsliebend und freiheitsverherrlichend. Obgleich selbst Shakespeare (1564–1616) von Illyrien wusste, wie in der Komödie Twelfth Night (1623) zu entdecken, erwacht im deutschsprachigen Raum das Interesse an Ragusa erst im 19. Jahrhundert. Daran ist Napoleon (1769–1821) schuld: 1808 wird die Stadtrepublik vom napoleonischen Marschall Marmont (1774–1852) abgeschafft. 1815, nach dem Fall Napoleons, wird sie auf dem Wiener Kongress der Habsburger-Monarchie zugesprochen und bleibt als ein Teil der sog. Illyrischen Provinz bis zum Ende des ersten Weltkrieges in ihrem Hoheitsgebiet. Insbesondere vom Anfang des 19. Jahrhunderts an kann man im deutschsprachigen Raum ein verstärktes Interesse an der Stadt beobachten, auch in literarischen Kreisen. Während sie in den Jahrhunderten davor als ein idyllischer Ort beschrieben wird, wie z.B. bei Marin Držić (1508–1567), William Shakespeare oder Ivan Gundulić (1589–1638), wird sie nun bevorzugt als ein Ort der Katastrophe angesehen: Am Anfang der Novelle Der Findling (1811) Heinrich von Kleists (1777–1811) und in der dramatischen Erzählung Marino Caboga (1814) Achim von Arnims (1781–1831). Und wie ist es heute? Dubrovnik ist seit dem 19. Jahrhundert eine Touristen- und Medienmetropole, wie dies Werke von Hermann Bahr (1863–1934) und Miroslav Krleža (1893–1981), aber auch die z.T. in Dubrovnik gedrehte US-Serie Game of Thrones (2011-2019) zeigen. Nicht erst seit heute schreibt also die Stadt an einer globalen Literatur-, Kultur- und Mediengeschichte mit. Dieser intermedialen Geschichte Dubrovniks geht das Buch nach.
  • Book
    Die argumentative Funktion und Geltung naturwissenschaftlicher Rekurse bei Friedrich Kittler. Eine Diskurskritik vor dem Hintergrund des „Sokal Hoax“
    Weiß, Bastian (2020)
    Medienwissenschaften kommen als kritisch-theoretische oder soziologisch-empirische Untersuchung von Kommunikationstechnologie nicht umhin, mit natur-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Konzepten zu operieren. Welche Probleme solch disziplinäres Grenzgängertum mit sich bringen kann, zeigte die berüchtigte Sokal-Affäre, im Zuge derer der „elegante Unsinn“, der in der geisteswissenschaftlichen Postmoderne mit Rekursen auf Mathematik und Naturwissenschaften getrieben wird, ins kritische Scheinwerferlicht rückte. Wie und wann beziehen sich Medienwissenschaftler auf Naturwissenschaften und was bedeutet das für eine Disziplin, deren Curricula keinerlei mathematische Ausbildung vorsehen? Am Beispiel des Werkes Friedrich Kittlers diskutiert diese Arbeit, wie naturwissenschaftliche Rekurse in den Medienwissenschaften nicht nur wegen eines notwendig interdisziplinären Gegenstandes, sondern mit argumentativ-diskursiver Funktion, und damit zumindest potentiell missbräuchlich im Sinne Sokals, eingesetzt werden.
  • Book
    Wirklichkeitsmodelle und Postfaktizität. Zum Zustand des Realen in den Medienwissenschaften
    Herold, Marc (2023)
    Das Ziel dieser Dissertation besteht in der Aufstellung eines differenzierten, medienepistemologischen Beschreibungsmodells, mit dessen Hilfe den moralisierenden Erkenntnisauffassungen einer postfaktischen Behauptungslogik begegnet wird. Rein binärlogisch strukturierte Beschreibungsprogramme scheitern bei dem Versuch, gegenwärtige Wirklichkeitszustände adäquat zu erklären. Es wird daher nach einer erkenntnistheoretischen Mittelposition gefahndet, die die kompositionelle Differenzordnung von Medientexten als Vorbild nimmt. Nur mit dieser kann das unlängst erodierende Fakt-/Fiktionsverhältnis miteinander in Einklang gebracht werden. Dazu verknüpft die Studie medienphilosophische respektive medienerkenntnistheoretische Vorstellungen mit medienanalytischen Methoden. Die Bedeutung der Arbeit generiert sich aus der Auflösung exkludierender Vorstellungen mithilfe eines kompositionell aufgestellten Beschreibungsmodells.
  • Book
    Crossover literature and age in crisis at the turn of the 21st century. Harry Potter’s kidults and the Twilight moms
    Peters, Maria Verena (2018)
    Um die letzte Jahrhundertwende sorgte die erhöhte Sichtbarkeit der Popularität von Kinder- und Jugendliteratur bei einer erwachsenen Leserschaft dafür, dass Literatur- und Gesellschaftskritiker die Frage stellten, ob die westliche Gesellschaft sich weigere erwachsen zu werden. Obgleich Bücher über die Grenze zwischen dem Segment für Kinder und dem für Erwachsene hin und her gewandert waren seit der Buchmarkt in diese zwei Hälften geteilt worden war, sorgte der Eindruck eines Anstiegs dieser Grenzüberschreitungen für das Gefühl einer Krise von Alter und Identität. Am Beispiel der Harry Potter- und Twilight-Romane analysiert Maria Verena Peters den Diskurs über Kindheit, Erwachsen-Werden und Erwachsen-Sein um die Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert diesseits und jenseits der Romanwelten von Rowling und Meyer. Ihre Analyse fördert zu Tage, dass dieser Diskurs von einer Angst gekennzeichnet ist, dass Alter ohne das Konstrukt der patriarchalen, weißen, heterosexuellen, nuklearen Familie keine bedeutungsvollen Identitätskategorien stiften kann. Abgesehen vom Regulieren von Geschlechterrollen und Sexualität naturalisiert der Diskurs von Alter in der Krise auch die soziale Klasse und den Konsum, wie die Beispiele der „Kidults“ im Zusammenhang mit Harry Potter und der sogenannten „Twilight Moms“ zeigen. Zusätzlich zu den titelstiftenden zwei Romanreihen behandelt diese Dissertationsschrift eine weite Bandbreite popkultureller Artefakte, wie z.B. Near Dark, The Big Bang Theory, Buffy the Vampire Slayer und Hotter than my Daughter. Aufbauend auf den Erkenntnissen der fan studies wird die Intersektionalität von Alter, Geschlechterrollen, Klasse und Konsum in der Vermarktung, Rezeption und Kritik von Kinder- und Jugendliteratur aufgezeigt.